10 Fakten zur Einwanderung nach Frankreich [fr]

GIF Frankreich ist eines der ältesten Einwanderungsländer Europas, betonte Staatspräsident Hollande am 15. Dezember 2014 in seiner Rede zur Einweihung des Museums für die Geschichte der Einwanderung. Das Bild der Einwanderung und die Realitäten liegen in Bezug auf die Zahl der Personen, ihrer Herkunft oder auch ihres Ausbildungsstandes dabei allerdings oft weit auseinander.

10 Fakten zur Einwanderung nach Frankreich.

1. Zwischen 2004 und 2012 sind jährlich 200 000 Einwanderer nach Frankreich gekommen (0,3 % der Bevölkerung). Das liegt unter dem Durchschnitt der OECD-Länder (0,6 %) und ist in Bezug auf seine Gesamtbevölkerung der geringste Einwandereranteil in Europa. Jährlich verlassen durchschnittlich 60 000 Zuwanderer wieder das Land.

2. 2012 stammte fast jeder zweite Einwanderer aus einem europäischen Land, gegenüber drei von zehn Einwanderern aus einem afrikanischen Land. Einwanderer europäischer Herkunft stammen größtenteils aus Portugal, Großbritannien, Spanien, Italien und Deutschland. Aus diesen fünf Ländern kommen 57 % der europäischen Einwanderer und ein Viertel aller 2012 nach Frankreich Eingewanderten.

3. 63 % der 2012 nach Frankreich Eingewanderten haben einen Schulabschluss mindestens auf Abiturniveau, ein Viertel besitzt keinen Schulabschluss. Zwischen 2004 und 2012 nahm der Anteil der Einwanderer mit Schulabschluss auf Abiturniveau um 7 % zu.

4. 40 % der Einwanderer über 16 Jahre (ohne Studierende), die 2012 nach Frankreich kamen, haben noch im gleichen Jahr einen Arbeitsplatz gefunden. Der Anteil der Zuwanderer, die nach eigenen Angaben einen Arbeitsplatz gefunden haben, ist zwischen 2004 und 2008 um 6 % auf 41 % gestiegen. Die Zahl ist in Folge der Wirtschaftskrise trotz immer höherer Bildungsabschlüsse stabil geblieben.

5. In den französischen Hochschulen haben 289 274 Studierende eine ausländische Nationalität, also jeder achte. Nach Angaben der Unesco steht Frankreich bei der Aufnahme ausländischer Studierender (7 % aller ausländischen Studierenden weltweit) an dritter Stelle.

6. Der „Begabungspass“ bietet eine Aufenthaltsberechtigung bis zu vier Jahren für die besten Studierenden, Forscher, Investoren, Künstler etc. aus aller Welt und steigert so unsere Fähigkeit, ausländische Talente anzuziehen.

7. 2013 wurden in Frankreich 66 265 Asylanträge gestellt. In Deutschland waren es fast doppelt so viele (126 995). „Frankreich ist also weit davon entfernt, von der Masse an Asylanträgen und Flüchtlingen erdrückt zu werden (…); dies entspricht einfach nicht der Realität“, so Innenminister Bernard Cazeneuve bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs über die Reform des Asylrechts in der Nationalversammlung.

8. Mit der Reform des Asylrechts wird die Bearbeitungszeit der Anträge von derzeit teilweise über zwei Jahren auf neun Monate verkürzt.

9. 2013 haben 95 196 Menschen die französische Staatsbürgerschaft angenommen. Das sind mehr als 2012 (93 823), aber weniger als 2011 (112 447) und 2010 (140 806).

10. Die Einbürgerung aller ausländischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürger über 65 Jahre soll gesetzlich geregelt werden, insbesondere derjenigen, die seit über 25 Jahren in Frankreich leben und ein französisches Kind haben.

Letzte Änderung 22/12/2014

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