14 Mrd. Dollar zur Wiederauffüllung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Bei der 6. Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds in Lyon am 10. Oktober 2019 konnten deutliche Erfolge verzeichnet werden: Insgesamt wurden 14 Mrd. Dollar von der internationalen Staatengemeinschaft sowie von Gebern aus dem Privatsektor bereitgestellt. Staatspräsident Macron kündigte an, den französischen Beitrag um 20 % zu erhöhen.

Bedeutende Ergebnisse im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria

In seiner Eröffnungsrede betonte Staatspräsident Emmanuel Macron die Bedeutung des Globalen Fonds bei der Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria: Seit seiner Einrichtung konnten 32 Millionen Menschenleben gerettet werden. Die Zahl der HIV-bedingten Todesfälle ist seit 2005 um die Hälfte zurückgegangen. Die Zahl der behandelten Personen hat sich in den letzten acht Jahren fast verdreifacht. 2018 wurden 5,3 Millionen an Tuberkulose erkrankte Menschen behandelt. Die auf Malaria zurückzuführende Sterblichkeitsrate ist in 20 Jahren um 60 % zurückgegangen. Mit Blick auf HIV betonte der Staatspräsident:

«Wir werden in naher Zukunft das Heranwachsen einer Generation erleben, die von dieser Krankheit befreit ist.»

Für die Zukunft stellt der Staatspräsident in Aussicht, dass 16 Millionen Menschenleben gerettet werden könnten, wenn wir unseren Verpflichtungen in den nächsten drei Jahren nachkämen. Zunächst sei es ein Kampf gegen die Ungleichheiten zwischen den Ländern. Heute habe mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zur benötigten Gesundheitsversorgung. Die internationale Gemeinschaft müsse daher stärker dafür Sorge tragen, dass die erreichten hervorragenden Ergebnisse gefestigt und bestätigt würden, und dass sie sich stärker engagiere.

Gleichberechtigung: ein zentrales Mittel zum Erfolg

Zudem sei laut Staatspräsident Macron der Kampf zur Beseitigung der Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern maßgeblich für den Erfolg des Globalen Fonds. Frauen und Mädchen seien nach wie vor unverhältnismäßig stark von HIV, Tuberkulose und Malaria betroffen:

«Wir werden Aids, Tuberkulose und Malaria nur dann endgültig besiegen, wenn wir uns auch für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen.»

Schließlich könnten Aids, Tuberkulose und Malaria nur dann endgültig besiegt werden, so der Staatspräsident weiter, wenn wir die Rechte der Menschen verteidigten, die beim Zugang zu medizinischer Versorgung diskriminiert würden. Er sagte diesbezüglich:

«Ich denke hier natürlich vor allem an die LGBT, an die Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen, an Häftlinge und Migranten (…).»

Denn neben der medizinischen Versorgung und dem Zugang zur ihr müsse man sich auch im Kampf gegen Diskriminierung und gegen die Verzerrung der Blickwinkel engagieren.

Frankreichs Beitrag zum Globalen Fonds

Staatspräsident Macron kündigte zunächst eine Steigerung des französischen Beitrags um 15 % an:

«Wie Sie wissen, ist Frankreich der zweitgrößte Beitragszahler. Wir haben alle darum gebeten, den Beitrag um 15 % zu erhöhen. Und Frankreich wird seiner Verantwortung bei der Erhöhung des Beitrags um 15 % selbstverständlich nachkommen.»

Später erhöhte er die Zusage sogar auf 20 %.

Darüber hinaus kündigte er die Erneuerung der französischen Mittel für UNITAID [1] für die kommenden drei Jahre an. Dazu sagte Staatspräsident Macron:

«Es gibt den Globalen Fonds, aber wir engagieren uns über Unitaid auch im Bereich Forschung. Aus diesem Grund werden wir auch unseren Beitrag für Unitaid aufrechterhalten. Und deshalb möchte ich hier ankündigen, dass wir in den nächsten 3 Jahren an unserer Unterstützung von jährlich 85 Mio. Euro festhalten werden.»

Weitere Schritte

Des Weiteren stellte der Staatspräsident die französische Agenda für die kommenden Monate vor:

  • Steigerung der bilateralen Hilfe Frankreichs in Sachen Gesundheit mit einer Reihe von Staaten
  • erneute Mobilisierung der französischen Agentur für Entwicklungshilfe im Bereich der Bildung
  • 1. Dezember 2019: Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen der französischen Agentur für Entwicklungshilfe und dem Globalen Fonds in Côte d’Ivoire zur Umsetzung der geplanten bilateralen Maßnahmen

3 Schwerpunktthemen bei der bilateralen Hilfe Frankreichs

  • die Gesundheit von Müttern und Kindern sowie für die sexuelle und reproduktive Gesundheit
  • die flächendeckende Gesundheitsversorgung
  • die Stärkung der Gesundheitssysteme

Quellenangaben

Die Zitate des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron sind seiner Eröffnungsrede bei der 6. Konferenz zur Wiederauffüllung des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria am 10. Oktober 2019 in Lyon entnommen. Die französische Rede können Sie in voller Länge auf der Seite des Elysée konsultieren.

[1UNITAID ist eine internationale Einrichtung zum Erwerb von Medikamenten gegen Aids, Malaria und Tuberkulose.

Letzte Änderung 30/10/2019

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