5 Fragen zum Elysée-Vertrag [fr]

Der Elysée-Vertrag wurde am 22. Januar 1963 zwischen Frankreich und der Bundesrepublik Deutschland geschlossen. Nach jahrzehntelangen Konflikten und Rivalitäten setzten die beiden Länder damit ein Zeichen der Aussöhnung und schafften die Grundlage für eine enge bilaterale Zusammenarbeit im Dienste der europäischen Integration. Was genau beinhaltet der Vertrag, welche konkreten Vorteile bietet er beiden Ländern und wie beeinflusst er die deutsch-französische Freundschaft?

1. Weshalb heißt es, dass durch den Elysée-Vertrag die Aussöhnung besiegelt wurde?

Der 18 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg unterzeichnete Elysée-Vertrag ist das Ergebnis der Annäherung zwischen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Staatspräsident Charles de Gaulle. Sie beide waren Gegner des Nazi-Regimes und wünschten nunmehr, dem einstigen Feind die Hand zu reichen. Mit diesem Vertrag beschlossen die beiden Unterzeichner, eine neue Beziehung aufzubauen und somit eine dauerhafte Freundschaft zu besiegeln.

2. Warum handelt es sich um einen Vertrag?

General de Gaulle und Bundeskanzler Adenauer zogen es vor, einen Vertrag und nicht nur eine einfache Erklärung zu unterzeichnen. Ihr Ziel war es, so ein langfristiges Engagement einzugehen, das über eventuelle Politikwechsel hinausgeht, und eine systematische und institutionelle Zusammenarbeit unserer beiden Länder zu erreichen.

3. Wieso wird der Elysée-Vertrag als Fundament der deutsch-französischen Freundschaft bezeichnet?

Für die Unterzeichner war es wichtig, dass der Vertrag nicht nur ein Abkommen zwischen Staatschefs bleibt, sondern dass die Bürger der beiden Länder miteinbezogen werden, miteinander sprechen und sich so gegenseitig kennen- und schätzen lernen. Zu den Erfolgen des Vertrags gehört die starke Annäherung zwischen den beiden Ländern. Diese findet in der Unterzeichnung von über 2300 Städte- und Gemeindepartnerschaften sowie in einer Vielzahl von zivilbürgerlichen Initiativen ihren Ausdruck.

4. Mit dem Elysée-Vertrag wurde ebenfalls das DFJW ins Leben gerufen, worum genau handelt es sich dabei?

Mit dem Ziel, die Beziehung zwischen den jungen Menschen beider Länder zu stärken, wurde durch den Vertrag die Schaffung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW, Office franco-allemand pour la jeunesse (OFAJ) in Französisch) möglich, das das Erlernen der Partnersprache sowie Austausche vereinfachen soll. Seit 1963 konnten dank des DFJW fast 9 Millionen junge Deutsche und Franzosen an 320 000 Austauschprogrammen teilnehmen.

5. Wie wurde die politische Dimension des Elysée-Vertrags konkret umgesetzt?

Auf politischer Ebene sieht der Vertrag Konsultationen zwischen den beiden Staats- und Regierungschefs (mindestens zweimal pro Jahr) sowie zwischen den Außenministern (dreimal pro Jahr) vor. Zusammenkünfte zu den Themen Verteidigung, Bildung und Jugend sind ebenfalls vorgesehen. Seit der Unterzeichnung des Vertrags kamen die beiden Staatsoberhäupter regelmäßig zusammen und setzten ihren Austausch ungeachtet der politischen Geschehnisse beiderseits des Rheins fort.

Letzte Änderung 22/01/2019

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