Adenauer-De Gaulle Preis 2009 an Künstler Anselm Kiefer und Luc Boltanski

(c) Michel Arrou MAE - JPEG Der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer und der französische Künstler Christian Boltanski wurden anlässlich des Deutsch-Französischen Tags am 22. Januar 2009 in Paris mit dem „Adenauer-de Gaulle-Preis“ ausgezeichnet.

Der Preis, der den beiden Künstlern von Günter Gloser, Staatsminister für Europa und Beauftragter für die deutsch-französischen Beziehungen, und dem französischen Staatssekretär Bruno Le Maire überreicht wurde, würdigt ihr Engagement um den kulturellen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich. Die Verleihungsrede hielt Außenminister Bernard Kouchner.

- Video mit Europastaatssekretär Bruno Le Maire zum Deutsch-französischen Tag 2009

- Der Adenauer-de Gaulle-Preis


6. Deutsch-Französischer Tag
Verleihung des Adenauer-de Gaulle-Preises
Rede des Ministers für auswärtige und europäische Angelegenheiten
Bernard Kouchner

- Auszüge -

Paris, 22. Januar 2009

(...) Wir sind heute Abend auch versammelt, um den Adenauer-de Gaulle-Preis an Anselm Kiefer und Christian Boltanski zu verleihen. (...)

Dieser Preis ist die bedeutendste unter den deutsch-französischen Auszeichnungen. Der Staatspräsident und der Bundeskanzler haben ihn 1988 ins Leben gerufen, um gemeinsam deutsche und französische Persönlichkeiten oder Institutionen auszuzeichnen, die sich um die deutsch-französische Zusammenarbeit verdient gemacht haben.

Bisher wurde dieser Preis an Politiker, an Partnerstädte, an Vereinigungen und an Journalisten vergeben. Zu den Preisträgern zählen beispielsweise Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt im Januar 2006 sowie Helmut Kohl und Jacques Delors im letzten Jahr. (...)

Aber der Adenauer-de Gaulle-Preis 2009 ist ein besonderer Preis. Er eröffnet eine neue Etappe, denn wir werden ihn heute Abend zum ersten Mal an zwei Vertreter der bildenden Kunst verleihen. Ich grüße sehr herzlich Anselm Kiefer und Christian Boltanski. Herzlichen Glückwunsch!

Durch ihre persönliche Geschichte, ihre Präsenz im anderen Land und ihr künstlerisches Engagement auf internationaler Ebene verkörpern sie eine der modernen Facetten der Beziehungen unserer beiden Länder.

Die Besonderheit dieser beiden Künstler ist eine gleichzeitig komplexe und komplexfreie Herangehensweise an die Kunst – komplex und komplexfrei, eine gewagte Formulierung. Sie berühren uns zutiefst. Sie bringen uns zum Nachdenken und benutzen dabei alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel: Provokation, Anspielung, Nachahmung, Tragik, wie beiläufig ausgedrückt durch eine Haarsträhne oder eine einfache Blechschachtel. Sie stellen Klischees auf den Kopf, zwingen zum Nachdenken, wecken Emotionen und tragen ihren Teil dazu bei, dass wir bessere Menschen werden. Der Weg dahin ist noch weit. (...)

Letzte Änderung 02/05/2012

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