Afrika-Frankreichgipfel in Mali: Sicherheit und Wirtschaftsentwicklung gewährleisten [fr]

Am Wochenende des 13./14. Januar 2017 fand in Bamako (Mali) der 27. Afrika-Frankreich Gipfel statt, an dem 35 Staats- und Regierungschefs des Kontinents sowie Vertreter von internationalen Organisationen teilnahmen. Unter der Leitung des französischen Staatspräsidenten François Hollande und des malischen Staatsoberhaupts Ibrahim Boubacar Keïta standen insbesondere die aktuelle Sicherheitssituation sowie Fragen der Wirtschaft und der Entwicklung auf dem Programm. Dabei konnte drei Jahre nach dem letzten Gipfel im Dezember 2013 in Paris auch eine positive Bilanz des Einsatzes von afrikanischen und französischen Truppen bei der Stabilisierung Malis und der Zentralafrikanischen Republik gezogen werden.

Frankreich engagiert sich militärisch nicht ohne Zustimmung

In seiner Eingangsrede verwies Staatspräsident Hollande auf die Erfolge in Mali seit 2013. Die Terroristen kontrollierten kein Land mehr, die Demokratie sei mit den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen auf einem guten Wege und die Wirtschaft belebe sich. Mit dem Abkommen von Algier komme zudem auch der Versöhnungsprozess voran.

Auch in der Zentralafrikanischen Republik konnten aufgrund des Eingreifens der Internationalen Unterstützungsmission unter Führung der Afrikanischen Union MISCA sowie der französischen Sangaris-Operation seit 2013 wieder Ruhe hergestellt und die Massaker beendet werden.

Dabei betonte der Staatspräsident, dass Frankreich in Afrika sich nur noch auf den ausdrücklichen Wunsch eines souveränen Staates und mit Zustimmung der Afrikanischen Union und an der Seite afrikanischer Einheiten und nach Maßgabe des internationalen Rechts engagiere.

„Wenn Frankreich in Afrika ist, will es weder Einfluss ausüben, noch die politischen Geschicke eines Landes bestimmen und noch weniger, sich der Ressourcen bemächtigen. Es ist allein vor Ort, um an Friedensmissionen teilzunehmen und um zusammen mit den Afrikanern deren Verteidigungsfähigkeiten auszubauen.“

Der Staatspräsident besuchte während seines Aufenthaltes auch die französischen Einsatzkräfte im malischen Gao, die im Rahmen der 2013 gestarteten Operation Serval und der 2014 für die gesamte Sahelzone gegründeten Mission „Barkhane“ zusammen mit regionalen und internationalen Organisationen maßgeblich an der Befriedung Malis beteiligt waren.

Initiativen für Sicherheit und Wirtschaftswachstum

Im Bereich der Sicherheit wurde der 2013 in Paris verabschiedete Plan zur Ausbildung von 20.000 afrikanischen Soldaten pro Jahr durch Frankreich, der ein selbstständiges Einschreiten der afrikanischen Armeen ermöglichen soll, übererfüllt. Inzwischen kann deshalb die Ausbildung von 25.000 Soldaten pro Jahr anvisiert werden.

Des Weiteren forderte François Hollande auf, die Anstrengungen für Entwicklung, Wirtschaftswachstum und Investitionen in Afrika zu verstärken. Dabei gehe es auch darum zu verhindern, dass viele junge Afrikaner die Migration nach Europa als einzige Perspektive ansähen.

Die seit 2013 laufenden Hilfen und Bürgschaften der französischen Entwicklungshilfeagentur AFD würden in diesem Zusammenhang um 15% auf 23 Mrd. € aufgestockt

Letzte Änderung 21/03/2017

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