Anpassung der sozialen Mindestsicherung RSA in Frankreich [fr]

GIF Zum 1. September 2014 sind in Frankreich die Sätze der mit dem deutschen Hartz IV vergleichbaren sozialen Mindestsicherung RSA um 2% angehoben worden.

Diese neben der jährlichen Inflationsanpassung außerordentliche Erhöhung war Anfang 2013 als Maßnahme im Kampf gegen die Prekarität beschlossen worden. Insgesamt soll so innerhalb von 5 Jahren die Kaufkraft der Empfänger dieser Sozialleistung um 10% erhöht werden.

Ende 2013 nahmen 2,3 Mio. Haushalte mit etwa 4,5 Mio. Personen die Mindestsicherung in Anspruch.

Das RSA wird nicht an bedürftige Rentner gezahlt. Für diese gibt es mit der Solidaritätsbeihilfe ASPA die Möglichkeit der Aufstockung ihrer Bezüge auf das Niveau einer Mindestrente.

Der monatliche Satz steigt für eine Einzelperson ohne Einkünfte von 499,31 € auf 509,30 €. Bei einem 2-Personenhaushalt ohne Kinder erhöht er sich von 748,97 € auf 763,95 € monatlich und bei einem Paar mit zwei Kindern von 1048,55 € auf 1069,53 €.
Zusätzlich zum RSA erhalten Berechtigte auch eine Wohnungsbeihilfe (Aide au logement), deren Höhe sich nach den Gegebenheiten vor Ort richtet. Bei Bezug einer Wohnungsbeihilfe wird allerdings ein Pauschalbetrag abhängig von der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen vom RSA abgezogen. Der Minderungsbetrag liegt je nach Haushaltsgröße zwischen 8 und 15%. so dass das verfügbare Einkommen nicht dem Nominalsatz des gezahlten RSA entspricht.

Wie in Deutschland werden anderweitige Haushaltseinkünfte (z.B. Familienleistungen wie das Kindergeld, das ab dem 2. Kind gezahlt wird) mit dem RSA verrechnet.
Zur Erhöhung des Anreizes zur Arbeitsaufnahme gibt es in Frankreich recht großzügige Zuverdienstmöglichkeiten. Der Anspruch eines RSA-Berechtigten bei einer Arbeitsaufnahme sinkt je zusätzlich verdienten 100 € um 38 €, d. h. er darf vom Zuverdienst 62 € behalten.

- Bezugsmodalitäten des RSA

Letzte Änderung 19/11/2014

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