Auf dem Jakobsweg durch Frankreich [fr]

Auf dem Weg nach Spanien können die Jakobspilger 4 verschiedenen, durch Frankreich führenden Wegen folgen. Entlang dieser historischen Straßen wurden zahlreiche Monumente für die Pilger errichtet. Die Wege und Bauwerke bildeten einen der ersten kulturellen, europäischen Rundwege, die vom Europarat 1987 als solcher anerkannt wurde und gehören seit 1998 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Im Mittelalter begaben sich zahlreiche, aus ganz Europa stammende, katholische Pilger zum berühmten Sanktuarium von Compostelle, das sich im Westen der Iberischen Halbinsel in Galicien befindet, um dort die sterblichen Überreste des Apostels Jakobus der Ältere zu ehren.

Die vier Wege

Auf der Reise zum Sanktuarium durchqueren zahlreiche Pilger das französische Staatsgebiet. „Der spirituelle und physische Bedarf der Pilger wurde dank der Erschaffung einer bestimmten Anzahl spezifischer Einrichtungen erfüllt, von denen eine große Zahl auf französischem Gebiet gegründet oder ausgebaut wurden“, heißt es auf der Website der UNESCO.

Paris, Vézelay, Le Puy und Arles

Bei den französischen Pilgerstraßen, die im Pilgerhandbuch „Guide du pèlerin“ von Aimeri Picaud, einem aus der Gegend von Poitiers stammenden Mönch, der im 12. Jahrhundert lebte, beschrieben wurden, handelt es sich um die Pilgerstraßen von Paris, Vézelay, Le Puy und Arles. Diese sind auch unter den nachfolgenden Bezeichnungen bekannt: Via Tolosana (oder Toulouser Weg, der in Arles beginnt), Via Podiensis (der in Le Puy beginnt und insbesondere durch Cahors führt), Via Lemovicensis (oder der Limousin-Weg, der durch Vézelay, Perigueux… führt) und Via Turonensis, der auch als der große Weg „Grand Chemin“ bezeichnet wird (der in Paris beginnt und durch Tours, Bordeaux führt).

Die Pilgerstraßen von Paris, Vézelay und Le Puy verlaufen im Baskenland am Fuße der Pyrenäen ineinander über und bilden hinter der französischen Landesgrenze gemeinsam den sogenannten Weg von Navarra „Chemin de Navarre“. In Spanien, in Puente la Reina stößt die Pilgerstraße von Arles auf den Weg von Navarra, die wiederum gemeinsam den sogenannten Französischen Weg bilden.

Atemberaubend schöne Landschaftsbilder

Die Beschilderung der französischen und spanischen Wege wurde mit Unterstützung des europäischen Institutes für Kulturwege „Institut européen des itinéraires culturels“ entworfen.

Entlang dieser Wege kann man sehr abwechslungsreiche Regionen, wunderschöne, grandiose und in Frankreich unbekannte Landschaftsbilder und rührende Ortschaften entdecken. Von den vier historischen Pilgerstraßen handelt es sich bei der Pilgerstraße von Puy-en-Velay, einer wahren Hochstätte der Jakobspilger, um die älteste und am besten mit romanischen Monumenten ausgeschmückte Straße.
Die Monumente, von Conques bis Saint-Jean-d’Angély
Die Pilger können in zahlreichen Einrichtungen (Hospitale, Kaplanstellen, Herbergen…) unterkommen. Zudem können sie in und an zahlreichen, entlang der Pilgerstraßen errichteten Monumenten (Basiliken, Kapellen, Statuen, Fresken…) beten und Einkehr halten. Insgesamt 71 dieser Monumente gehören mittlerweile zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Zu diesen eindrucksvollen Stätten zählen u. a. die Kirche Notre-Dame du Port in Clermont-Ferrand, die Abteikirche Sainte-Foy in Conques, die Brücke über den Fluss Le Lot und die Kirche Saint-Fleuret in Estaing, die Abteikirche Saint-Pierre und das Kloster von Moissac, die Kathedrale von Le Puy-en-Velay, die Kathedrale Saint-Front in Périgueux, die Kirche Saint-Sauveur und die Krypta Saint-Amadour in Rocamadour, die Basilika Saint-Sernin in Toulouse, die ehemalige Kathedrale Notre-Dame in Saint-Bertrand-de-Comminges, die königliche Abtei Saint-Jean-Baptiste in Saint-Jean-d’Angély…

Weitere Informationen und Besichtigungsmöglichkeiten

- Karte der zum Weltkulturerbe gehörenden Monumente
- Die 71 in Markierungen verwandelten Monumente

Quelle: Service d’information du gouvernement - france.fr

Letzte Änderung 17/08/2012

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