Aufbruch ins 21. Jahrhundert: Das Museum für Zivilisationen in Marseille [fr]

JPEG Am 7. Juni 2013 hat das neue Museum für europäische Zivilisation und das Mittelmeer (Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée – Mucem) im alten Hafen von Marseille seine Pforten für die Besucher geöffnet.

Schon am 4. Juni hatte Staatspräsident François Hollande das Museum zusammen mit Kulturminsterin Aurélie Filippetti und dem Marseiller Bürgermeister Jean Gaudin eingeweiht. Es beherbergt neben 20 000 Neuerwerbungen auch Ausstellungsstücke aus dem ethnographischen Museums des Trocadéro (Musée de l’homme) und die Sammlungen des seit 2005 geschlossenen Pariser Museums für Volkskunde (Musée des arts et traditions populaires - ATP), das vorher im Bois de Boulogne in Paris beheimatet war.

Im Zeichen der Dezentralisierung

Im Zeichen der Dezentralisierung ist das Mucem das erste Nationalmuseum, das vollständig in der „Provinz“ angesiedelt ist. Die in drei Gebäudekomplexen auf insgesamt 40 000 qm untergebrachten Kollektionen widmen sich der Zivilisation Europas und des Mittelmeers. In dem umgebauten Fort Saint-Jean aus dem 12. Jahrhundert mit seinem Garten wird eine Dauerausstellung gezeigt, die durch temporäre Ausstellungen ergänzt wird.

Das über eine 115m lange Brücke über das Meer mit dem Fort verbundene neue zentrale Gebäude J4 des französischen Stararchitekten Rudy Ricciotti ähnelt einem Glasquader und ist mit einer spielerischen Betonmembran überzogen. Auf einer Ebene wird eine Ausstellung präsentiert, die sich den Besonderheiten und der Vielfalt der mediterranen Welt widmet und über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren permanent weiter entwickelt wird. Die zweite Ebene ist kürzeren Ausstellungsprojekten vorbehalten. Der dritte Standort nahe des Bahnhofs Saint-Charles beherbergt den Museumsfundus und den Großteil der Sammlungen des ATPs.

Kurze Bauzeit

Die Bauzeit des Museums betrug von der Grundsteinlegung Ende 2009 bis zur Fertigstellung nur 3 1/2 Jahre. Die Kosten des Projekts beliefen sich auf insgesamt 191 Mio. €, davon allein 113,4 Mio. € für das neue Gebäude. Der Zentralstaat und die Gebietskörperschaften teilten sich die Baukosten im Verhältnis 2:1. Ersterer übernimmt aber wie bei den Nationalmuseen üblich die laufenden Kosten.

- Öffnungszeiten und Eintritt
- Mucem

Letzte Änderung 10/06/2013

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