Ausstellung ″1917″ im Centre Pompidou in Metz [fr]

JPEGDie Ausstellung ″1917″ bildet den Auftakt für eine ganze Reihe von Kulturveranstaltungen, mit denen man in Frankreich des Beginns des Ersten Weltkrieges im Jahr 1914 gedenkt. Sie wird durch das französische Verteidigungsministerium, namentlich die Mission du centenaire de la Première Guerre mondiale 1914–2014 gefördert.

Ausgangspunkt ist dabei das Jahr 1917, das ″unmögliche Jahr″ - ein Begriff, der von dem französischen Historiker Jean-Jacques Becker geprägt wurde -, in dem der eigentlich europäische Krieg zum Weltkrieg eskalierte.

Diesem Jahr widmet sich die Ausstellung ″1917″ bis zum 24. September 2012 im Centre Pompidou in Metz. Die Leitfrage der Ausstellung ist dabei, welche Bedeutung ein so kurzer und fest umrissener Zeitraum wie ein Jahr für die Kunstproduktion hat, wobei gleichzeitig Erwartungen und Vorurteile darüber, was Kunst in Kriegszeiten sein kann, durchkreuzt und entlarvt werden.

Das Jahr 1917 zeichnet sich durch eine große künstlerische Vielfalt aus: Neben bedeutenden Künstlern finden sich auch Werke von Laien, die das Bedürfnis hatten, ihren Erfahrungen mit dem Krieg Ausdruck zu verleihen. Dazu gehört beispielsweise die Grabenkunst mit ihren aus Waffen und Granatteilen gefertigten Werken, die einen Höhepunkt der Ausstellung darstellt. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Augenzeugen, die direkt von den Ereignissen dieser Zeit berichten konnten, sei es als Frontberichterstatter oder als Künstler, die ihre Erinnerungen in Werken für die Nachwelt festhalten wollten.

Die größte Attraktion der Ausstellung wird der Bühnenvorhang von Pablo Picasso für das Ballett Parade. Es ist sein größtes Werk überhaupt und wurde im Auftrag des Direktors des russischen Balletts Sergej Djagilew angefertigt. Die riesige Leinwand misst 10,50 x 16,40 Meter, ist damit über 170 m2 groß und wiegt 45 kg. Sie entspricht dem Wunsch der avantgardistischen künstlerischen Zusammenarbeit, die der Schriftsteller Guillaume Apollinaire wie folgt beschreibt: ″Ein Zusammenspiel von Malerei und Tanz, Bildhauerei und Schauspiel, das vom Erwachen einer umfassenderen Kunst kündet.″

Centre Pompidou in Metz
Ausstellung ″1917″
Bis 24. September 2012
Eintritt: 7€ (Einheitstarif)
http://www.centrepompidou-metz.fr/1917

Letzte Änderung 05/07/2012

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