Autoindustrie: Emissionsreduktion und E-Mobilität auf europäischer Ebene angehen [fr]

Die 7. Tagung des Wirtschaftsrats der Französischen Botschaft am 27. April 2017 widmete sich der Automobilbranche, einem Industriezweig, in dem Frankreich und Deutschland europaweit die wichtigsten Akteure sind und der in Sachen Beschäftigung und Forschungs- und Entwicklungsausgaben von besonderer Bedeutung ist.

Die wichtigsten Branchenvertreter aus Deutschland und Frankreich waren zugegen und tauschten sich über drei große Herausforderungen aus, die zu großen Teilen miteinander verknüpft sind: Abgasemissionen und deren Kontrolle, Elektromobilität, automatisierte und vernetzte Fahrzeuge.

In Sachen Abgasemissionen wurde über die Festlegung von Regelungen auf europäischer Ebene und über deren harmonisierte Auslegung sowie über die von den nationalen Behörden ausgeführten Kontrollmethoden beraten. Das Verbot bestimmter Fahrzeugklassen mit Verbrennungsmotor innerhalb der Städte wurde erwähnt und einige Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität umrissen, vor allem die Möglichkeiten, einen Rahmen als Grundlage für die Städte und Gemeinden zu definieren, sowie die Entwicklung weiterer Mittel zur Unterstützung der lokalen Gebietskörperschaften.

Die anwesenden Industrievertreter äußerten den ausdrücklichen Wunsch, dass eine deutsch-französische Initiative ins Leben gerufen wird, die den Beitrag der Automobilbranche zu den Emissionsreduktionszielen auf europäischer Ebene definieren soll. Sie möchten das Know-how in Sachen Verbrennungsmotoren verwerten und verwiesen auch auf die Möglichkeiten alternativer Brennstoffe („power to gas“, „power to liquid“, synthetische Kraftstoffe). Dieses Thema wurde unter den Aspekten des Regulierungsrahmens, der grenzüberschreitenden industriellen Zusammenarbeit und des Beitrags der Petrochemiebranche erörtert.

Mit Blick auf die Elektromobilität betonten die Teilnehmer, dass eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Ladeinfrastruktur und des grenzüberschreitenden Netzes dringend notwendig sei: Inkompatible Systeme zwischen Marken und Ländern könnten große Nachteile mit sich bringen. Es wurde in diesem Zusammenhang über die Möglichkeit gesprochen, eine deutsch-französische Forschungspartnerschaft zu begründen, an der sich freiwillige Industrievertreter beteiligen würden, um gemeinsam die nächste Generation von Batteriezellen zu bestimmen.

Im Bereich vernetztes und autonomes Fahren wurden Kooperationsinitiativen vorgestellt, insbesondere die grenzüberschreitende Teststrecke für automatisierte und vernetzte Fahrzeuge zwischen Metz und Merzig im Saarland (über Saarbrücken). Es herrschte Einigkeit darüber, dass diese Initiative aktuell von der Industrie zur Erprobung von Technologien genutzt werden kann. Zudem könnte sie der Industrie bei ihren Gesprächen mit den zuständigen Regulierungsbehörden von Nutzen sein. Neben den Wachstumsperspektiven, die sich durch diesen Zweig eröffnen, bietet das automatisierte und vernetzte Fahren eine Gelegenheit, um den gesellschaftlichen Erwartungen besser gerecht zu werden (weniger Zeit zur Parkplatzsuche, weniger verstopfte Straßen, weniger Abgasemissionen, Verbesserung der Luftqualität).

Letzte Änderung 05/05/2017

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