Autozulassung und -kauf in Frankreich

Grundlegende Aspekte beim Kfz-Kauf

[ GIF https://www.service-public.fr/particuliers/vosdroits/N367]

- Ein Kraftfahrzeug ist in steuerlicher Hinsicht ein Neuwagen, wenn seit der Erstzulassung weniger als sechs Monate vergangen sind und seit diesem Tag weniger als 6000 km mit dem Kraftfahrzeug gefahren wurden. In diesem Fall fällt beim Kauf in Frankreich keine Mehrwertsteuer an, da diese erst im Land der Zulassung fällig wird.

- Beim Kauf im Ausland sind die z.T. erheblichen Preisunterschiede zwischen den EU-Staaten (bis zu 30 %) zu beachten. Der Preisvergleich muss nach Abzug der Mehrwertsteuer erfolgen, die im Land der Zulassung zu entrichten ist. Auch sind die Fahrzeuge von Land zu Land nicht immer gleichwertig ausgestattet.

- Beim Kaufvertrag sollten folgende Punkte schriftlich fixiert werden: Name und Anschrift des Verkäufers, Fahrzeugtyp und Ausstattung, Kaufpreis ohne MwSt, Lieferdatum, Zahlungsweise, v.a. bei Kreditkauf.

- Bei Übergabe sollte die Vollständigkeit der Papiere (Fahrzeugbrief, detaillierte Rechnung etc.) überprüft werden.

Zulassung eines Autos

- Beim Kauf eines Neuwagens in Frankreich muss innerhalb von 15 Tagen der französische Kraftfahrzeugschein (carte grise) beantragt werden. Wird der Neuwagen in Deutschland gekauft und in Frankreich angemeldet, ist die Mehrwertsteuer (z.Z. 20 %) in Frankreich zu entrichten.

Bei einem Neuwagen, der in Frankreich zur Überführung nach Deutschland gekauft wird, ist die Beantragung eines provisorischen Zollkennzeichens (certificat d’immatriculation provisoire-CIP) Pflicht.

- Beim Gebrauchtwagenkauf wurde die MwSt bereits in Deutschland entrichtet, das französische Finanzamt stellt in diesem Fall eine Steuerbefreiung aus, den sog. "Quitus fiscal". Doch müssen dazu zwei Voraussetzungen eindeutig erfüllt sein: 6 Monate und 6000 km ab Erstzulassung. Die Steuerbehörde (Recette des impôts) am Wohnort des Antragstellers verlangt hierfür das Formular 1993 VT REC ( Certificat d’acquisition d’un véhicule terrestre à moteur en provenance de la communauté européenne par une personne non identifiée à la TVA) zusammen mit der Kaufrechnung, aus der der Mehrwertsteuersatz hervorgeht, und dem im Ausland ausgestellten Fahrzeugschein.

- Bei Fahrzeugen, die älter als vier Jahre sind, ist ein sog. "Contrôle technique"(vergleichbar mit dem TÜV) erforderlich. Wenn der Wagen in Deutschland immatrikuliert war, kann eine TÜV-Bescheinigung, die nicht älter als 6 Monate ist, anerkannt werden.

- Die Carte grise (vergleichbar mit KFZ-Schein) ist sofort nach Erhalt der Niederlassungserlaubnis zu beantragen. Der Antrag erfolgt seit 2017 nur noch online, wobei der Nutzer ein Konto eröffnen muss, oder über einen autorisierten Autohändler. Zur Beantragung der Carte grise werden folgende Unterlagen (als Scan oder Foto) benötigt:

- Fahrzeugschein bzw. Fahrzeugbrief
- Kopie des Kaufvertrages
- EU-Konformitätsbescheinigung (certificat de conformité original) des Fahrzeugherstellers oder eines konzessionierten Verkäufers in Frankreich für Fahrzeuge ab Baujahr 1996. Für Fahrzeuge vor Baujahr 1996 muss eine nationale Konformitätsbescheinigung vorgelegt werden.
- Personalausweis bzw. Reisepass
- Wohnsitznachweis
- Führerschein
- Ausgefülltes Formular für Zulassungsantrag (Cerfa n°10672*01)
- Verzollungsbescheinigung, wenn der Wagen außerhalb der EU gekauft wurde
- Gültige TÜV-Bescheinigung (Contrôle technique) nur für Kfz, die älter als vier Jahre sind
- Quitus fiscal (Bescheinigung für Mehrwertsteuerbefreiung bei Gebrauchtwagen (s.o.)
- Bankverbindung
- Versicherungsnachweis

Nach Abschluss der Online-Anmeldung wird eine vorläufige Carte grise zum Ausdrucken mit einer Gültigkeit von einem Monat ausgestellt, die dann den Fahrzeugschein und den Fahrzeugbrief ersetzt. Die Zustellung der endgültigen Carte grise erfolgt dann zeitnah. Die Kosten für die Ausstellung variieren je nach Region. Berechnungsgrundlage sind dabei die sogenannten Chevaux fiscaux (Nicht zu verwechseln mit den deutschen PS!).

- Versicherung

- Nach erfolgter Zulassung eines Kfz in Frankreich, stellt sich die Frage der Versicherung, da eine deutsche Kfz-Versicherung das in Frankreich zugelassene Kfz nicht länger versichern wird.

- Bei Abschluss einer Versicherung in Frankreich können evtl. erreichte Schadensfreiheitsrabatte gegen Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung bis zu einer Höhe von 50% angerechnet werden. Dazu sollten Sie eine Versicherungsbescheinigung für den ausländischen Nachversicherer von Ihrer bisherigen Versicherung verlangen. Diese enthält die erforderlichen Angaben.

- Führerschein

- Gemäß EU-Richtlinie müssen in der EU erworbene Führerscheine beim Wechsel in das EU-Ausland nicht mehr in nationale Führerscheine umgetauscht werden.

- Lediglich außerhalb der EU erworbene Führerscheine müssen umgetauscht werden.

- Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Autokauf und Zulassung in Frankreich erhalten Sie auf Anfrage beim:

Bundesverband freier Kfz-Importeure e.V.
Postfach 1343, D - 24903 Flensburg
www.bfi-ev.de

Informationsportal der französischen Verwaltung

- www.service-public.fr

- EU-Verbraucherinformationen

Letzte Änderung 22/03/2018

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