Beauftragte für die deutsch-französische Zusammenarbeit [fr]

Aufgrund einer Vereinbarung der deutschen und der französischen Regierung wurde am 22. Januar 2003 anlässlich des 40. Jahrestags der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags die Zusammenarbeit durch die Einrichtung eines halbjährlich stattfindenden Deutsch-Französischen Ministerrats und die Schaffung des Amtes eines Beauftragten für die Deutsch-Französische Zusammenarbeit in jedem der beiden Länder vertieft.

Die Beauftragten, dem französischen Außenministerium bzw. dem Auswärtigen Amt zugeordnet, sind aktuell:

Für Frankreich: Amélie de Montchalin, Staatssekretärin für europäische Angelegenheiten beim Minister für Europa und auswärtige Angelegenheiten
Für Deutschland: Michael Roth, Staatsminister für Europa Michael Roth

Aufgaben und Ziele

Die Aufgabe der Beauftragten, die der Abstimmung beider Länder auf Regierungsebene neue Impulse verleihen sollen, ist die Annäherung der Zivilgesellschaften und die Unterstützung bilateraler Projekte mit europäischer Dimension.

Die den Regierungschefs unterstellten Beauftragten koordinieren die Zusammenarbeit auf Regierungsebene und legen gemeinsame Maßnahmen fest, die dann auf den Deutsch-Französischen Ministerräten angenommen werden.

Über diese nationale Rolle hinaus wird die Funktion der Beauftragten durch ihre Einbindung auf lokaler Ebene ergänzt. Im Rahmen des deutschen Föderalismus und der französischen Dezentralisierungspolitik engagieren sich die Beauftragten für die regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Mit den Eurodistrikten wurden neue Formen der regionalen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ins Leben gerufen (z.B. die Vereinbarung über die Gründung des Eurodistrikts Straßburg - Ortenau vom 17. Oktober 2005).

Stärkung der Verbindungen zwischen den Zivilgesellschaften

Die beiden Beauftragten sind auch verantwortlich für Initiativen zum Deutsch-Französischen Tag, der jedes Jahr am 22. Januar zum Jahrestag des Elysée-Vertrags in beiden Ländern begangen wird. Hierzu gehört auch die Ehrung von Akteuren der deutsch-französischen Freundschaft mit dem Adenauer-de-Gaulle-Preis. Die Beauftragten, die der Jury vorsitzen, können dabei zum Handeln ermutigen und verdiente Persönlichkeiten oder Einrichtungen auszeichnen, die sich stark in der Zusammenarbeit beider Länder engagieren.

Die Beauftragten unterstützen ebenso das Erlernen der deutschen und der französischen Sprache in den Partnerländern und unterstützen die Kampagnen der Instituts français in Deutschland und der Goethe-Institute in Frankreich, sowie Aktionen zur Verstärkung der Mobilität von Jugendlichen. Hierzu gehören die Verbesserung der Praktikumsangebote in beiden Ländern und die Entdeckungstage, die im Rahmen des Deutsch-Französischen Tages jedes Jahr für französische und deutsche Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse durchgeführt werden, um Unternehmen des Partnerlands besser kennen zu lernen.

Die Erhöhung der Mobilität französischer und deutscher Bürger aller Altersgruppen ist ein Schwerpunkt der Arbeit der Beauftragten. So bemühen sie sich besonders seit 2004 um die Verringerung bürokratischer Hürden im Alltag für Bürger und mittelständische Unternehmen.

Europäische Einbindung

Die deutsch-französische Zusammenarbeit ist stark in eine europäische Perspektive eingebettet. Die Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, die gleichzeitig Beigeordnete Minister für europäische Angelegenheiten bzw. Staatsminister für Europa sind, symbolisieren und verkörpern den Willen der beiden Partner, gemeinsam für die Weiterentwicklung der EU einzutreten. Durch ihre regelmäßige Abstimmung und ihre häufigen Treffen können konkrete Vorschläge für die Entwicklung europäischer Strategien formuliert werden.

Letzte Änderung 18/07/2019

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