Bericht zur Wirtschaftslage Frankreichs im Sommer 2014

Der Bericht zur wirtschaftlichen Lage Frankreichs und Europas, den Finanzminister Michel Sapin und Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg am 16. Juli 2014 im Ministerrat vorlegten, konstatiert eine noch anfällige Konjunkturerholung, die weiter Wachstumsimpulse brauche.

„In den wichtigsten Volkswirtschaften des Euroraums war die Industrieproduktion im Mai stark rückläufig, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe. Auch wenn sich dieser Rückgang zum Teil erklären lässt, unter anderem durch die, besonders in Frankreich, nicht unbeträchtliche Anzahl von Brückentagen in diesem Jahr, weist er dennoch auf eine nach wie vor anfällige Konjunkturerholung hin. Das BIP-Wachstum im Euroraum blieb demzufolge im ersten Quartal sehr schwach (0,2 %) und variierte stark von Staat zu Staat. Zwar erholte sich der Arbeitsmarkt im ersten Quartal im Euroraum, jedoch herrscht weiterhin eine hohe Arbeitslosigkeit und die Arbeitsmarktsituation fällt in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich aus.

Im Juni lag die Gesamtinflation im Euroraum weiterhin bei 0,5 %, ihrem niedrigsten Stand seit November 2009. Vor diesem Hintergrund ist die Unterstützung durch die Währungspolitik, mit den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 5. Juni, die am 3. Juli bestätigt wurden, sehr willkommen und mit den Zielen der EZB vereinbar. Sie könnte sogar noch weiter gehen, sollten sich die Inflationsentwicklungen als ungünstig erweisen. Zur Unterstützung des Aufschwungs müssen die politischen Maßnahmen länderspezifisch ausgerichtet werden und Europa muss eine entschlossenere Politik zugunsten des Wirtschaftswachstums verfolgen: Parallel zu den politischen Maßnahmen zugunsten der Wettbewerbsfähigkeit müssen in den Ländern, in denen ein Bedarf besteht, Initiativen auf den Weg gebracht werden, die die Nachfrage im gesamten Euroraum ankurbeln, insbesondere durch Investitionen auf europäischer Ebene, wie es auch der neue Präsident der Europäischen Kommission am 15. Juli in seiner Rede vorgeschlagen hat.

Im Mai sank der Index der Industrieproduktion in Frankreich um 1,7 % und die sehr schwache Inflation ging im Juni leicht zurück (+0,5 % innerhalb eines Jahres).
Den Ergebnissen der bei Unternehmern für Juni durchgeführten Konjunkturumfragen zufolge blieb die Lage allgemein stabil, auch wenn in den Segmenten mit rückläufiger Auftragslage ein leichter Rückgang zu verzeichnen war. Im Gegensatz dazu stieg der Vertrauensindikator bei den Haushalten (auch wenn er noch weit hinter seinen durchschnittlichen Werten zurückblieb) im Juni leicht an, insbesondere aufgrund der Haushaltsperspektiven der EU, die positiver ausfallen als in den Jahren zuvor.
Diese noch anfällige Konjunkturerholung im Euroraum und die hohen
Arbeitslosenzahlen rechtfertigen das vorrangige Ziel, eine vom Europäischen Rat getragene Initiative für mehr Wachstum in Europa auf den Weg zu bringen. Mit dem Pakt für Verantwortung und Solidarität soll einerseits die Wettbewerbsfähigkeit Frankreichs, die zwischen 2002 und 2012 zurückgegangen ist, gesteigert und andererseits die Gewinnspannen für Unternehmen, die sich zwischen 2007 und 2013 verringert haben, erhöht werden, um so nachhaltig Beschäftigung, Innovation und Investitionen zu fördern. Gleichzeitig wird schrittweise die Steuerbelastung für Haushalte gesenkt, für einkommensschwache Haushalte sogar schon ab 2014.

Letzte Änderung 28/07/2014

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