Burgund – das ist nicht nur Wein [fr]

Alesia, 52 vor Christus. Vercingetorix hatte sich mit seinen Truppen in eine kleine Festung in Burgund zurückgezogen. Cäsar nutzte die Situation und schloss ihn durch umfangreiche Belagerungswerke in Alesia ein. Er ließ zwei Belagerungsringe um Alesia bauen. Der erste hinderte die Belagerten daran auszubrechen. Der zweite schützte die römischen Truppen vor Angriffen von außen. Nachdem Monate lang kein Gefecht eine Entscheidung herbeigeführt hatte und keine Hilfe von außen gekommen war, ergab sich Vercingetorix. Die Kapitulation des großen Gallierführers, dem es gelungen war, die gallischen Stämme zu vereinen, bezeichnet das Ende der Gallischen Kriege und war die bedeutendste Kriegshandlung Cäsars.

Wo findet man Alesia heute? In Alise-Sainte-Reine, 60 km nordwestlich von Dijon. Im Museumspark Alesia wird die Geschichte dieser Schlacht und weitergehend die Geschichte von Vercingetorix dargestellt. Diese historische Gestalt war im Zweiten Kaiserreich ein sehr populäres Symbol. Napoleon III. ließ vor Ort Ausgrabungen durchführen und 1865 eine Vercingetorix-Statue errichten. In den Lehrbüchern der Dritten Republik hatte Vercingetorix ebenfalls einen herausragenden Platz. Und auch in den Kolonien begannen die Geschichtsbücher mit den Worten „Unsere Vorfahren, die Gallier….“. Für die Franzosen ist Vercingetorix wohl so etwas wie Hermann der Cherusker für die Deutschen: Einer, der es gewagt hat, Widerstand gegen die römischen Eroberer zu leisten. Der germanische General ist genau wie der Gallierführer im 19. Jahrhundert als Nationalheld verehrt worden.

Das Museum wurde im Frühjahr in Gegenwart des Premierministers und des Kulturministers eröffnet. Zu sehen sind Nachstellungen der Schlacht, gallo-römische Funde, römische Befestigungsanlagen und ein Besucherzentrum informiert ausführlich über die Ausgrabungen. Der Museumspark ist im Sommer von 9 bis 19 Uhr geöffnet; der Besuch für die gesamte Anlage kostet für eine vierköpfige Familie 33 Euro.

- http://www.alesia.com/german_fr_000268.html

Und als Reiselektüre empfehlen wir natürlich den Klassiker „Asterix und der Avernerschild“!

Frankreichs bemerkenswertes historisches und kulturelles Erbe lässt uns viele Spuren aus vielen Epochen entdecken. So liegt nicht weit vom Muesumspark Alesia entfernt die fürstliche Grabstätte von Vix aus dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert. Von 1. Juli bis 31. August setzt die SNCF Shuttle-Busse (mit Fahrradtransport) zwischen den Bahnhöfen und den Ausgrabungsstätten ein.

Vercingétorix © T. Clarté
Rekonstruktionen © C. Jachymiak
Rekonstruktionen © C. Jachymiak
Schlachtengalerie © SF - SEM Alésia
© C. Jachymiak
Gallische Schutzschilde © A. Maillier

Letzte Änderung 22/08/2012

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