Chris Marker – eine Schlüsselfigur des französischen Films ist tot [fr]

Kennen Sie den Kurzfilm Am Rande des Rollfelds? Kennen Sie auch Christian-François Bouche-Villeneuve? Und 12 Monkeys? Oder Chris Marker?

Am 30. Juli 2012 ist in Paris im Alter von 91 Jahren Chris Marker gestorben, eine Schlüsselfigur des französischen Kinos.

Ein Künstler durch und durch, ein Intellektueller im wahrsten Sinne des Wortes, auch Autor, Philosoph, Zeichner und Verleger.

Ein engagierter Künstler, ein Kolonialismusgegner, immer am Puls der Zeit, den sprunghaften Entwicklungen des 20. Jahrhunderts folgend, zusammen mit Costa-Gavras, Renais, Kurasawa.

Ein produktiver, kreativer Künstler, dessen vielschichtiges Werk in unterschiedlichen Formen eine stets intakte Poesie umhüllt, wie in seiner Dokumentation über die grinsenden Katzen von Paris, die hinter die Kulissen der zeitgenössischen Geschichte führt, zwischen den Präsidentschaftswahlen 2002 und der Festnahme von Bertrand Cantat, dem Sänger der Gruppe Noir Désir, 2003.

Ein kritischer Künstler, kritisch gegenüber anderen und sich selbst. Schon 1946 ist er Kunstkritiker für die Zeitschrift Esprit. Und es konnte passieren, dass er anderen davon abriet, seine Filme anzuschauen, wenn er selbst nicht mehr damit zufrieden war.

Sein bekanntestes Werk Am Rande des Rollfelds (Originaltitel La Jetée) präsentiert sich als „Fotoroman“ und besteht fast nur aus Standbildern. Der Film spielt mit futuristischen Vorstellungen von der Apokalypse und dem Verhältnis des Einzelnen zu seinen Erinnerungen und diente als Vorlage für den Science-Fiction-Film 12 Monkeys von Terry Gilliam.

Chris Marker hat Filme gemacht, die man gesehen haben muss, die man immer wieder sehen kann und die man weiter empfehlen sollte.

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©Film Museum

Letzte Änderung 08/08/2012

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