Computerspiele „Made in France“ – auch ein Wirtschaftsfaktor [fr]

JPEG Just Dance, Rayman Origins, Dishonored… so viele französische Produktionen, die bereits Millionen Spieler weltweit begeistern konnten. Frankreich nimmt auf dem Markt der Computerspiele dank einem Netz von innovativen Unternehmen eine führende Stellung ein.

Die bedeutendste Branche der Kulturwirtschaft in Frankreich sowie weltweit ist die Computerspielindustrie. Die Herstellung von Computerspielen brachte Frankreich im Jahr 2012 einen Umsatz von 3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das französische Kino hatte im gleichen Jahr nur einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro vorzuweisen. Auf internationaler Ebene ist Frankreich heute nach den USA das Land, das am meisten Computerspiele produziert.

Ein Markt mit immer mehr Verbrauchern

Seit den 1990er Jahren haben sich die Fans von Computerspielen auf der Welt vervielfacht. Heutzutage gibt es mehr als eine Milliarde Spieler. Um diesen anspruchsvollen Verbrauchern neue Spiele zu liefern, sind in Frankreich zahlreiche Unternehmen sowie viele Medienagenturen und Wettbewerbscluster entstanden. Auf dem französischen Staatsgebiet wurden 300 Unternehmen erfasst, die mehr als 5000 Personen beschäftigen. Die französischen Computerspiele sind sehr vielfältig: Manche Unternehmen bringen traditionelle Spiele heraus, andere konzentrieren sich auf Mobile Games. Diese letztgenannten Produkte sind seit den 2000er Jahren sehr gefragt. Es handelt sich dabei um Computerspiele, die man ohne Spielkonsole auf einem Computer, Tablet-PC oder Smartphone spielen kann.

Eine Talentschmiede

Um die hochwertigen Spiele zu entwickeln, investieren die französischen Unternehmen jährlich mehr als 500 Millionen Euro ihres Budgets. In diesem dynamischen Sektor werden zahlreiche neue Unternehmen gegründet: 32% der französischen Firmen sind vor weniger als zwei Jahren entstanden. Julien Villedieu, Vertreter der nationalen Gewerkschaft für Computerspiele, erklärt die Gründe für das exponentielle Wachstum in diesem Bereich: „Frankreich ist seit den 1980er Jahren in der ganzen Welt für seine Kreativität bekannt – Frankreich ist eine Talentschmiede.“ Abgesehen von diesem guten internationalen Ruf zeichnet sich Frankreich auch durch die Qualität der Weiterbildungen an, die Ingenieuren und Künstlern im Bereich der Spielgrafik angeboten werden. Außerdem befinden sich unter den Weltmarktführern zahlreiche französische Unternehmen. Beispielsweise ist Activision-Blizzard, Konzerntochter von Vivendi und Ubisoft, einer der fünf weltweit größten Herausgeber von Computerspielen. Dieser französische Computerspiel-Riese hat das berühmte Actionspiel Call of Duty herausgegeben, dessen letzter Teil der Reihe „Black Ops“ Anfang 2013 in Frankreich und in den USA auf Platz 1 der Verkaufsliste stand.

Blick auf die französischen Erfolge

„Das Computerspiel „made in France“ hat den Anspruch, auch im Ausland verkauft zu werden; 80% der in Frankreich hergestellten Spiele sind für den Export bestimmt“, erklärt Julien Villedieu. Dieses Ziel verfolgten auch die französischen Unternehmen, die Just Dance und Rayman Origins produziert haben. Diese Spiele wurden in wenigen Monaten millionenfach verkauft. Dishonored, das von den Arkane Studios in Lyon hergestellt wurde, hat bei seinem Erscheinen im Oktober 2012 Verkaufsrekorde gebrochen. Das von Kritikern sehr gut bewertete Spiel wurde in zwei Monaten mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft! Diesen Erfolg schreibt der Manager der Arkane Studios, Romuald Capron, dem einzigartigen Charakter des Spiels zu: „Es wurde von den Spielern deshalb so begeistert aufgenommen, da es eine Neuheit auf einem Markt war, der von Fortsetzungen überschwemmt ist. Den Spielern gefällt vor allem die Freiheit, die ihnen bei der Spielerfahrung gewährt wird.“ In Dishonored entwickelt sich der Held in einer fiktiven Welt, die England im 19. Jahrhundert ähnelt. Es können verschiedene Spielverläufe gewählt werden, um das Ziel zu erreichen: Rache… Romuald Capron zufolge war das Spiel auch aufgrund seiner Qualität der Grafikwelt so erfolgreich: „In unserem Hauptsitz in Lyon arbeiten Programmierer, Grafiker, Designer sowie Spezialisten für den Ton und Spezialeffekte. Frankreich verfügt in diesem Bereich über viel Knowhow.“

Mobile Games - ein aufstrebender Sektor

So wie dieses zu 100% französische Spiel, das im Internet heruntergeladen werden kann, spielt sich die Zukunft der Computerspiele „made in France“ im Bereich der Mobile Games ab. Die Fans spielen immer mehr in sozialen Netzwerken, von einem Smartphone oder Tablet-PC aus. Daher arbeiten 93% der französischen Unternehmen derzeit an diesen Spielen. Vor dem Hintergrund dieses Wachstums und dieser Spezialisierung des Markts findet im Juni in Paris die Webgame Conference statt. Seit drei Jahren treffen sich bei dieser europäischen Konferenz jedes Jahr mehr als 800 Spezialisten für Mobile Games, die Marktführer in diesem Bereich sind.

Caroline Jury

Letzte Änderung 06/03/2013

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