CosmeticValley – Kompetenzcluster der Innovation [fr]

JPEG Hinter der glamourösen Fassade der Parfüm- und Kosmetikbranche herrscht ein erbitterter Konkurrenzkampf. Daher muss Frankreich als führender Anbieter auf dem internationalen Markt sein traditionell starkes Image durch fortwährende Innovationen kontinuierlich aufrechterhalten. Vor diesem Hintergrund ist der Kompetenzcluster „Cosmetic Valley“ entstanden.

Frankreich besitzt das weltweit größte Ressourcenzentrum für Parfümerie und Kosmetik. Jedes zehnte Kosmetikprodukt, das heute in der Welt verkauft wird, kommt aus dem Cosmetic Valley! Der Kompetenzcluster erstreckt sich auf die drei Regionen Centre, Haute-Normandie und Ile-de-France (Großraum Paris) und die sieben Departements Eure, Eure-et-Loir, Indre-et-Loire, Loiret, Loir-et-Cher, Val-d’Oise und Yvelines, in denen schon seit jeher zahlreiche renommierte französische Parfümspezialisten und ausländische Investoren der Branche präsent sind.

Dem „Cosmetic Valley“ gehören fast 600 Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette an, von der Forschung bis zum fertigen Erzeugnis. Ein einzigartiges Reservoir sich ergänzender Kompetenzen, in das auch sieben Universitäten, die wichtigsten nationalen Forschungsinstitutionen sowie 200 öffentliche und private Labore eingebunden sind.

Hier entsteht das „Made in France“ von morgen, mit sage und schreibe 88 Projekten und einem Gesamtinvestitionsvolumen von 160 Millionen Euro. „Die französische Parfümerie- und Kosmetikindustrie zeichnet sich durch ihren technologischen Vorsprung, ihr Know-how und ihr traditionell sehr starkes Image aus, aber es müssen ständig neue, sichere und wirksame Produkte auf den Markt gebracht werden“, unterstreicht der wissenschaftliche Direktor des Cosmetic Valley, Christophe Masson. Zur Gewährleistung der Qualität und Sicherheit der Produkte und Dienstleistungen wurde die Charta „für ein ökologisch verantwortungsbewusstes Cosmetic Valley“ eingerichtet, in der unverzichtbare Grundsätze wie Sicherheit, aber auch die Verwendung natürlicher Bestandteile festgeschrieben sind. Kosmetika dürfen keine unerwünschten Nebenwirkungen haben, und ihre Wirksamkeit – insbesondere im Schwerpunktbereich Anti-Aging-Produkte – wird von den anspruchsvollen und immer zahlreicheren Kundinnen und Kunden sehr kritisch beurteilt.

Die Forschung arbeitet an der weiteren Ergründung der Epidermis und an der Entwicklung geeigneter Wirkstoffe und neuer Instrumente zur Beurteilung der Wirksamkeit. Die Forscher der Branche stützen sich auf Biotechnologien (Fermentation, Mikroalgen usw.), auf die Nutzung von Pflanzen und auf den Einsatz von natürlichen Inhaltstoffen anstelle der stark umstrittenen Konservierungsmittel. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt gilt den sensorischen Aspekten: Geruch, Erscheinungsbild, Textur (im März 2012 wurde hierfür eine spezielle Innovationsplattform namens „Certesens“ eingerichtet). Doch auch die Verpackung spielt eine bedeutende Rolle. Dazu Christophe Masson: „Die Forschungstätigkeit zu diesem Thema ist alles andere als anekdotisch! Die Verpackung spielt eine bedeutende Rolle für den Kauf eines Produkts, aber auch für Sicherheit, Haltbarkeit und Umweltfreundlichkeit. Sie muss mit ihrem Inhalt kompatibel sein, seine Haltbarkeit fördern und heutzutage auch recyclingfähig sein.“

Da die Ressourcen der Natur für die Kosmetikbranche sehr wichtig sind, haben die Verantwortlichen des Cosmetic Valley mit Unterstützung internationaler Partner das Projekt „Cosmétopée“ ins Leben gerufen. „Es geht hierbei um eine systematische Erfassung kosmetischer Pflanzen und ihrer Verwendung, um das Verschwinden dieses althergebrachten Wissens zu verhindern“, erklärt Jean-Luc Ansel, Generaldirektor des Cosmetic Valley. Mit Erzeugerländern in Afrika und Asien sowie Kolumbien hat der Cluster bereits ein knappes Dutzend bilateraler Partnerschaften mit Wissenschaftlern, Universitäten, Industrie und Handel geschlossen. So wird die biologische Vielfalt bewahrt, eine lokale Wirtschaftsaktivität entwickelt, durch die Versorgung der Unternehmen mit neuen Grundstoffen die Innovation gefördert – und gleichzeitig auch der wachsenden Nachfrage nach authentischen und naturbelassenen lokalen Produkten entsprochen.

Ein weiterer internationaler Tätigkeitsbereich ist die Begleitung der Unternehmen zu internationalen Messen (die Pfingstrose, das Wahrzeichen des Cosmetic Valley, ist in Fachkreisen weltbekannt!) und auf die internationalen Märkte. Die französische Parfüm- und Kosmetikindustrie steht mit rund 16 Milliarden Euro Umsatz deutlich an der Spitze der Exportländer, bei einem weiterhin wachsenden Marktanteil von derzeit 25%. In etwa 200 Ländern bestens vertreten, steht die Kosmetikindustrie in Bezug auf den erwirtschafteten Handelsüberschuss (7,6 Milliarden Euro im Jahr 2010) und unter den Exportbranchen der französischen Wirtschaft an zweiter Stelle (hinter dem Flugzeugbau).

Ihre größten Kunden sind nach wie vor Europa, die Vereinigten Staaten und Japan. Wachstum bringen ihr aber vor allem die Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, Mexiko und China (wo sich das Herren-Segment vergleichsweise besonders stark entwickelt). Übrigens hebt sich Frankreich von seinen Konkurrenten häufig durch eine Positionierung im High-End-Bereich ab… Image verpflichtet!

Sylvie Thomas

Internet-Links:

- www.cosmetic-valley.com
- www.febea.fr

Letzte Änderung 16/11/2012

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