Das Projekt #everynamecounts am Lycée français in Düsseldorf [fr]

Das partizipative Projekt #everynamecounts, das von den Arolsen Archives ins Leben gerufen wurde und insbesondere von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der UNESCO und der Französischen Botschaft in Deutschland unterstützt wird, zielt auf die Errichtung eines in seiner Art einzigartigen digitalen Denkmals ab, das den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist.

Ein paar Klicks genügen, um sich auf der Website der Arolsen Archives anzumelden und mit der Indexierung von Millionen Archivdokumenten zu beginnen, die bereits digitalisiert wurden. Das Projekt #everynamecounts, das leicht zugänglich, interaktiv und intuitiv gestaltet ist, bringt bereits mehrere Tausend Freiwillige aus aller Welt zusammen. Es spricht ganz besonders das schulische Umfeld an, da es eine neuartige und praktische Herangehensweise an Zeitgeschichte bietet. Während Revisionismus und die Holocaustleugnung in Frankreich, Deutschland und überall in Europa an Bedeutung gewinnen, stellt das Projekt #everynamecounts die empirische Arbeit und historische Fakten in den Vordergrund.

Das Lycée français in Düsseldorf hat sich in diesem Zusammenhang bereit erklärt, das Projekt zu fördern und das innovative pädagogische Material, das von den Arolsen Archives entwickelt und zur Verfügung gestellt wurde, im Unterricht zu verwenden. Das Lycée ist Teil des Netzwerks der Französischen Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (AEFE) und engagiert sich stark dafür, interkulturelle Beziehungen zu knüpfen und Brücken zwischen Frankreich und Deutschland zu schlagen. So hat sich die Schule auf Betreiben ihres Schulleiters Herrn Dillenschneider mit Begeisterung und einem bemerkenswerten Innovationsgeist der Entwicklung eines Pilotprojekts verschrieben, das anderen Einrichtungen der AEFE als Vorbild dienen könnte. Die von der Geschichtslehrerin Frau Berthod betreute AbiBac-Abschlussklasse hat sich aktiv an der Indexierung der Archive beteiligt und dabei nicht zuletzt im Sinn gehabt, welchen Beitrag das Projekt aus deutsch-französischer Sicht zur Erinnerungsarbeit und zum Geschichtsunterricht leistet.

Obwohl die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz den Fernunterricht notwendig machten, zeigten sich die Schüler*innen und ihre Lehrerin erfinderisch, indem sie ihre Erfahrungen, Fragen und Überlegungen in Videos teilten, die sie mit ihren Handys oder ihren Computern aufgezeichnet hatten. Im Rahmen der Umsetzung des Projekts #everynamecounts wurden auch Workshops veranstaltet, die in Form von Videokonferenzen stattfanden. Das so gewonnene und besonders umfangreiche Videomaterial diente zur Produktion eines Films, der die Arbeit der Schüler*innen und ihrer Lehrkräfte dokumentiert. Anlässlich des Starts der internationalen Förderkampagne für das Projekt #everynamecounts, hervorgehoben durch eine Multimediainstallation auf der Fassade der Französischen Botschaft in Deutschland, wurde dieser Film am 21. Januar 2021 für ein breites Publikum online veröffentlicht.

Die sehr gelungene Umsetzung des Projekts #everynamecounts, trotz der Durchführung auf Distanz und all der aktuellen Schwierigkeiten in Verbindung mit der Pandemie, ist das Ergebnis einer Teamarbeit, in die das gesamte Lycée involviert war.

Die Ziele waren vielfältig und ehrgeizig:

  1. zeigen, dass die Erinnerungsarbeit unabhängig von der weltweiten Lage weitergehen muss;
  2. dazu beitragen, neue Methoden und Instrumente hervorzubringen, um die Erinnerungsarbeit zu modernisieren und sie für die jungen Generationen attraktiver zu machen;
  3. die Instrumente zur Weitergabe von historischem Wissen diversifizieren;
  4. die Schüler*innen in die Arbeit mit Primärquellen und Archiven einführen, die eine besondere Bedeutung besitzen usw.

Das Projekt #everynamecounts ist darauf ausgerichtet, im großen Maßstab in deutschen und französischen Schulen umgesetzt zu werden.

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Letzte Änderung 19/04/2021

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