Das Welcome City Lab, der Pariser Inkubator für innovative Tourismuskonzepte [fr]

GIF Eine weltweit einzigartige Initiative: Paris hat als erste Stadt einen Inkubator für junge Unternehmen eröffnet, die sich auf die Tourismusbranche spezialisiert haben. Die Initiative ist äußerst kohärent, da die französische Hauptstadt bekanntermaßen weltweit das beliebteste Reiseziel ist (32,3 Millionen Hotelübernachtungen im Jahre 2013). Und die Anzahl der ausländischen Besucher erhöhte sich 2013 sogar noch um 8,2% auf 15,5 Millionen. Diese Zahlen allein rechtfertigen die Gründung des "Welcome City Lab".

Im Herzen von Paris gelegen, bietet der Inkubator auf 1000 m² einen Open Space für das Co-Working sowie Sitzungsräume für die etwa 30 jungen Unternehmen, die für dieses Projekt ausgewählt wurden. Der Inkubator entstand insbesondere auf Initiative der Stadt Paris, der öffentlichen Investitionsbank (Banque publique d’investissement - BPI), des Pariser Fremdenverkehrs- und Kongressamtes sowie von Unternehmen des Privatsektors wie Aéroport de Paris, Amadeus, Sodexo, Skyboard, Galeries Lafayette, Viparis oder auch Air France. Den Start-Up-Unternehmen steht ebenfalls eins Versuchsbereich und ein Betreuungsteam zur Verfügung. Darüber hinaus wird diesen Unternehmen der Zugang zu Finanzierungen erleichtert, damit sie die für ihre Expansion erforderlichen Mittel finden können. Der Inkubator hat ebenfalls eine Presseabteilung vorgesehen, damit die KMU über eine Kommunikationsplattform verfügen, über die sie für sich werben können.

Die im „Welcome City Lab“ vertretenen Unternehmen bieten sehr unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen an. Marins d’eau douce z.B. ist ein von zwei Segelfans gegründetes Bootsverleih-Unternehmen, das eine Flotte von 17 Elektrobooten zur Vermietung anbietet, mit denen Touristen ohne Bootsführerschein die 40 km des Bassin de la Villette, des Kanals Saint Martin sowie des Kanal de l’Ourcq durchschiffen können. Die Firma Evanela hat ihrerseits bereits drei Mitarbeiter und organisiert Besuche von renommierten Werkstätten von Juwelieren, Designern oder Modeschöpfern, die normalerweise nicht für die breite Öffentlichkeit zugänglich sind.

Bei einigen im Inkubator untergebrachten Unternehmen handelt es sich um traditionellere Reisebüros. So zum Beispiel Worldia, ein Unternehmen, das Internetnutzern die Möglichkeit bietet, individuelle Reisen online zusammenzustellen. Zu erwähnen wäre auch Family Twist, ein Unternehmen, das Premiumreisen für Familien nach Paris, London oder an die Schlösser der Loire anbietet.

Der weltweite Erfolg der Smartphones hat einige Pariser Unternehmer ebenfalls dazu ermutigt, spezielle Apps für Touristen anzubieten. Mobilytrip bietet den Touristen z.B. die Möglichkeit, mit Fotos, Videos und Notizen ihre eigenen Reisetagebücher zu kreieren, die sie täglich mit Freunden und der Familie online teilen können. SmArtapps bietet seinerseits Audioführer sowie interaktive Reiseführer an, die sich insbesondere durch ihre interaktiven Stadtpläne, ein 360° Panorama sowie synchronisierte Datenflüsse zu den wichtigsten Museen und Denkmälern der französischen Hauptstadt auszeichnen. Die Geschäftsführer von Culture’Apps sind stolz darauf, die erste Web-Plattform geschaffen zu haben, die auf die Erstellung von (Smartphone-)Apps für Kulturstätten spezialisiert ist. Im Bereich Gastronomie wird man mit der App Monrestoenpoche bald in zahlreichen Pariser Restaurants Fernbestellungen aufgeben können, um lange Warteschlangen zu vermeiden.

„Welcome City Lab“ hat ebenfalls Spezialisten des Gemeinschaftstourismus und des Shareness-Trends seine Türen geöffnet. So visualisiert und organisiert Bluenod bei vernetzten Veranstaltungen „Communities". Mit Hilfe dieses Services der graphischen Darstellung von Community-Daten kann man z.B. eine Karte der Vernetzung von Teilnehmern an einem Kongress, einer Konferenz oder einer Fachmesse erstellen. Liebhabern authentischer Kochkunst bietet das Unternehmen Cookening die Möglichkeit zu einem guten Essen bei Privatleuten. Bei Sejourning handelt es sich um eine traditionellere Plattform, über die Wohnungseigentümer ihre Wohnung für einen kurzen Zeitraum vermieten können. Filmfans, die von der französischen Hauptstadt begeistert sind, können ihrerseits ihre Filme zu bzw. über Paris über die Plattform Crop the block ins Netz stellen. Die Gründerin von Evanela, Lucie Knappek, freut sich: „Wir können mit den zahlreichen in diesem Inkubator vertretenen Unternehmen unsere Erfahrungen austauschen und Netzwerke teilen." Lang lebe "Welcome City Lab!"

Marco Rangi

- Welcome City Lab

Letzte Änderung 24/02/2015

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