Das französische Präsidialamt – der Elysée-Palast [fr]

Der Beraterstab

Der Staatspräsident verfügt, genau wie die Minister, über einen persönlichen Beraterstab. Dieser setzt sich aus dem Generalsekretär, dem Leiter des Militärstabs des Präsidenten, dem Leiter des Beraterstabs und aus verschiedenen Beratern zusammen (Berater für Diplomatie, die so genannten Sherpas, für Fachressorts bzw. Sonderaufgaben). Mit jedem neuen Staatspräsidenten gibt es auch einen Wechsel auf diesen Posten, denn es handelt sich um vom Staatsoberhaupt abhängende „politische“ Ämter. Im Dezember 2016 zählte der Beraterstab 42 Berater und stellvertretende Berater.

Die Abteilungen

Zu den Abteilungen gehört zum Beispiel der Militärstab, der für die Sicherheit des Élysée-Palastes und der Wohnräume des Präsidenten zuständig ist. Die Abteilung audiovisuelle Medien ist unter anderem für die technische Ausstattung (Licht und Ton) bei den öffentlichen Auftritten des Präsidenten verantwortlich. Die Protokollabteilung ist mit dem Empfang hochrangiger Persönlichkeiten betraut und begleitet den Staatschef bei seinen Auslandsreisen. Ende 2015 waren 806 Mitarbeiter in den Abteilungen des Präsidialamtes beschäftigt.

Ein fester Budgetrahmen

Seit 2009 unterliegen die Ausgaben und die Verwaltung des Präsidialamtes der Kontrolle des Rechnungshofes. Im Finanzgesetzentwurf für 2017 beläuft sich der Haushalt des Präsidialamtes auf 100 Millionen Euro im Vergleich zu 112,3 Millionen Euro 2009.

Die Hauptausgaben des Élysée

Die letzte Prüfung der Ausgaben des Präsidialamtes durch den Rechnungshof erfolgte im Juli 2016 und bezog sich auf den Haushalt 2015. Zwei Drittel der o.g. 100 Millionen Euro (67,4 Millionen) sind Personalkosten, inklusive der Zuwendungen für den Präsidenten. Darauf folgen die laufenden Betriebskosten (14 Millionen Euro) und die Reisekosten des Staatschefs (13,8 Millionen Euro).

Die Geschichte des Élysée-Palastes

Der Élysée-Palast ist die offizielle Residenz der Staatspräsidenten seit 1874. Während der II. Republik (1848–1851) hatte Präsident Louis-Napoléon Bonaparte bereits dort seinen Sitz. Nach seiner Ernennung zum Kaiser Napoleon III. im Jahr 1852, zog er die Räumlichkeiten der Tuileries vor und ließ den Élysée-Palast komplett renovieren.

Das Gebäude wurde zwischen 1718 und 1722 von dem Architekten Armand-Claude Mollet für den Grafen von Evreux errichtet. Der Palast ging dann in verschiedene Hände über, darunter auch in die der Marquise de Pompadour und des Marschalls Murat. König Louis-Philippe (1830-1848) hatte ihn dann in ein Gästehaus der französischen Regierung umgewandelt.

Letzte Änderung 10/07/2017

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