Das neue Made in France [fr]

JPEG Am 9. November fand in Paris die erste made in France-Messe statt. Sie steht für das Regierungsvorhaben, das Land zu reindustrialisieren. Der Minister für die Belebung der Produktion, Arnaud Montebourg formulierte das Ziel, der Desindustrialisierung Einhalt zu gebieten, welche das Land in den vergangen 30 Jahren zwei Millionen Arbeitsplätze gekostet hat. Der Minister sprach im Rahmen seines Messebesuchs von einer „dritten industriellen Revolution“, die diese Entwicklung eindämmen könnte.

Was genau verbirgt sich hinter dem Konzept made in France?

Während des Präsidenschafts-Wahlkampfes drehten sich die Debatten um das Schlagwort „produire français“ (‚französisch produzieren’). Dabei war aber nicht ganz klar, ob es darum ging, französische Firmen zu fördern, selbst wenn sie im Ausland produzieren (wie im Falle des in Slowenien produzierten Renault Twingo), oder ausländische Unternehmen mit Produktionsstandorten in Frankreich (wie etwa der Toyota Yaris, der im französischen Valenciennes vom Band geht). Nun sollen beide Bereiche gefördert werden. Mit dem neuen Label „marque France“ sollen Erzeugnisse aus Frankreich und die französische Exzellenz gefördert werden.

2005 hatte der damalige Premierminister Dominique de Villepin für einen „Wirtschaftspatriotismus“ geworben, der nun mit dem Aufruf zum Konsum von made in France-Produkten fortgesetzt wird. Der Minister für die Belebung der Produktion, Arnaud Montebourg äußerte sich zuversichtlich über die Erfolgschancen dieses Modells: „Es ist ein Wirtschaftspatriotismus vorhanden, er muss nur beim Wort genommen werden. Die Franzosen sind bereit, etwas mehr zu bezahlen, wenn es auf französischem Boden produziert wurde.“ Nach einer Ifop-Studie sind 78 % der Franzosen bereit, für ein Weihnachtsgeschenk made in France mehr Geld auszugeben.

Auch in der Nahrungsmittelbranche macht das made in France-Konzept Schule. Offenbar haben die Franzosen eine Präferenz für lokale und französische Erzeugnisse. Einer Studie von Opinion Way zufolge achten 78% der Franzosen beim Einkauf auf die Herkunft von Nahrungsmitteln, und 91% erklären sich bereit, aus nationaler Solidarität mehr Produkte französischer Herkunft zu konsumieren.

Das Landwirtschaftsministerium will diese neue Begeisterung nutzen, um Initiativen für lokale und biologische Produktion zu fördern. Beispiele für den Erfolg von made in France-Produkten in der Lebensmittelbranche sind die Gourmibox (alimentation.gouv.fr/la-gourmibox-bio-et-francaise), einer stetig wechselnden Auswahl an französischen Delikatessen, die dem Kunden regelmäßig als Gourmet-Korb zugeschickt werden, oder auch der Schokoladehersteller Mathez alimentation.gouv.fr/export-alimentaire-chocolat).

Letzte Änderung 22/11/2012

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