Das zivile und militärische Engagement Frankreichs in Afghanistan

GIF Der Pressesprecher des Außenministeriums Bernard Valero hat am 1. Dezember 2009 das aktuelle französische Engagement in Afghanistan das zusammengefasst, das aus einer zivilen und einer militärischen Komponente besteht.

Ziviles Engagement

Was den zivilen Bereich angeht, so hat sich Frankreich bei der Konferenz von Paris dazu verpflichtet, Afghanistan mit 106 Millionen Euro, verteilt auf drei Jahre, zu unterstützen. 2009 gab es weitere finanzielle Zusagen für Afghanistan und Pakistan; davon sind 23 Millionen Euro für Afghanistan bestimmt; damit beläuft sich das zivile Engagement Frankreichs insgesamt auf 50 Millionen Euro.

Frankreich konzentriert seine Hilfe vorrangig auf drei Bereiche der Entwicklungszusammenarbeit: Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung (in Verbindung mit Französisch-Unterricht). Weitere Bereiche der Zusammenarbeit sind Regierungsführung, innere Sicherheit (Ausbildung von Polizisten, Richtern, Unterstützung für das Parlament), kulturelles Erbe (Archäologie). Außerdem wurde in diesem wie schon im vergangenen Jahr eine umfangreiche Nahrungsmittelhilfe gewährt (4 Millionen Euro).

Die französische Hilfe wurde unserem verstärkten Engagement in der Provinz Kapisa und im Distrikt Surobi angepasst. Dazu gehören eine Reihe von Maßnahmen in der Landwirtschaft und in der ländlichen Entwicklung in Höhe von insgesamt 15,2 Millionen Euro. Diese Hilfe soll zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort, die wenig Hilfe von der Völkergemeinschaft erhalten haben, und damit zur Stabilisierung dieser Zone beitragen.

Militärische Präsenz

Was die militärische Präsenz angeht, so ist Frankreich in Afghanistan in vielfältiger Weise aktiv. Zum 1. November 2009 wurde eine tiefgreifende Umgestaltung vorgenommen.

Die militärischen Maßnahmen konzentrieren sich heute auf das Gebiet Surobi-Kapisa östlich von Kabul. Dadurch sollen unsere Effizienz und die Koordinierung unserer Anstrengungen in Sachen Regierungsführung und Entwicklung verbessert werden. Wenn wir unsere Aktivitäten auf den zivilen Wiederaufbau fokussieren, dann wollen wir damit unser Engagement in den Rahmen eines umfassenderen Konzepts stellen. Zu unseren Maßnahmen gehört jetzt auch die Verbesserung der lokalen Steuerungsprozesse. Dazu wurden 150 Gendarmen in dieses Gebiet verlegt, die für die Ausbildung und das Mentoring der Polizei zuständig sind. 3 750 französische Soldaten sind im Rahmen der Internationalen Sicherheits- und Beistandstruppe (ISAF, 3 550 Soldaten) und der Operation Enduring Freedom (OEF, 200 Soldaten) in Afghanistan, Tadschikistan und im Indischen Ozean stationiert. Das System ist am 1. November 2009 tiefgreifend umgestaltet worden. Die französische Task Force im Regionalkommando Ost befehligt jetzt den größten Teil der in Afghanistan stationierten Truppen.

Frankreich trägt zum Aufbau der afghanischen Nationalarmee (ANA) bei: 350 Militärangehörige sind für die Ausbildung afghanischer Offiziere und Spezialkräfte zuständig oder im Rahmen der drei Programme Epidote, Commando School oder OMLT unmittelbar in afghanischen Einheiten tätig. Über 5 000 afghanische Offiziere wurden seit Beginn des französischen Epidote-Programms ausgebildet.

150 französische Gendarmen sind im November 2009 in Afghanistan angekommen. Sie bilden vier Teams, die für eine Mentoring-Mission für die afghanische Polizei zuständig sind, entsprechend dem Vorbild der Mission der französischen Streitkräfte für die ANA.

Letzte Änderung 12/10/2012

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