Demographie 2017: Mehr Einwohner und mehr eheähnliche Verbindungen in Frankreich [fr]

Laut dem am 16.1.2018 vom französischen Statistikamt INSEE herausgegebenen Jahresbericht ist die Zahl der Einwohner in Frankreich 2017 um 233.000 Personen auf 67.187.000 Mio. Einwohner gestiegen.

Der Bevölkerungszuwachs (+0,3%) war etwas geringer als in den beiden Vorjahren (+0,4% und +0,5%). Er setzt sich zusammen aus einem Geburtenüberschuss von 164.000, was dem niedrigsten Wert seit 1976 entspricht, und einem Wanderungsgewinn aus dem Ausland in Höhe von 69.000 Personen.

Nach Deutschland mit 82,6 Mio. Einwohnern (2017: +624.000) bleibt Frankreich vor Großbritannien mit 65,8 Mio. EW (2017: + 426.000) das am zweitstärksten besiedelte Land in Europa.

Rückläufige Geburtenzahl

Die Zahl der Geburten ist mit 760.000 (-17.000) weiter leicht rückläufig. Der seit einigen Jahren konstatierte Rückgang der Geburten hat seine Ursache vor allem in der Abnahme der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Waren es 1997 noch 9,3 Mio., so sank ihre Zahl 2017 auf 8,4 Mio. Zugleich stieg das durchschnittliche Gebäralter weiter an: waren es 1994 noch 29,8 Jahre, so sind es heute 30,8 Jahre.

Die Geburtenziffer, die 2014 noch bei 2,0 Kindern lag, ging auf 1,88 Geburten pro Frau zurück. Dennoch bleibt Frankreich nach Irland (1,92) das Land mit der höchsten Geburtenziffer in Europa.

Frankreich und Irland bleiben zudem die Länder mit der jüngsten Bevölkerung. 2016 waren 18,5% bzw. 21,9% unter 15 Jahre, während es in Italien nur bei 13,7% und in Deutschland nur 13,2% waren (EU-Durchschnitt 15,4%).

Höhere Lebenserwartung

Bei 603.000 Verstorbenen 2017 steigt die Lebenserwartung in Frankreich weiter an und lag bei Frauen bei 85,3 und bei Männern bei 79,5 Jahren. Damit ist eine weitere Angleichung zwischen den Geschlechtern zu verzeichnen. Lag der Unterschied vor 20 Jahren noch bei 7,8, so liegt er 2017 nur noch bei 5,8 Jahren. Nach den Spanierinnen hatten die Französinnen die höchste Lebenserwartung und bei den Männern wurden nur die Schweden, Spanier und Italiener im Schnitt über 80 Jahre alt.

Der Anteil der Menschen an der Gesamtbevölkerung über 65 erhöht sich mit 19,6% (+0,4) 2017 weiter. 20 Jahre vorher waren es noch 15,5%. Liegt der Anteil der Senioren EU-weit im Schnitt bei 19,2% an der Gesamtbevölkerung, so ist er in Italien (22%), Griechenland (21,4%) und Deutschland (21.2%) überdurchnittlich hoch.

Ziviler Solidaritätsakt fast so populär wie Ehe

2017 wurden 228.000 (-5000) Ehen geschlossen, davon 7000 gleichgeschlechtlich. Seit zwanzig Jahren ist dabei das Durchschnittsalter der Eheschließenden um 5 Jahre gestiegen und lag bei den Männern bei 38.1 Jahren und bei den Frauen bei 35,6 Jahren.

Immer beliebter wird der zivile Solidaritätspakt PACS, der seit 1999 allen unverheirateten Paaren einen Rechtsstatus verleiht. Im Gegensatz zur Ehe nahm die Zahl der „gepacsten“ Paare 2017 um 3000 auf 192.000 zu; darunter 7.000 zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren. Auf 5 Ehen entfallen somit schon 4 zivile Solidaritätspakte.

Letzte Änderung 18/01/2018

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