Der Film Unsere Ozeane - eine Hymne an die Meereswelt

JPEG Nach "Himalaya" und "Nomaden der Lüfte" durchstreift der französische Filmregisseur und Produzent Jacques Perrin die Unterwasserwelt: vier Jahre Drehzeit an über 50 Orten – vom türkisfarbenen Wasser der tropischen Meere zum Eis der Arktik und Antarktis. Um dieses Mammutwerk zu realisieren, zog er renommierteste Wissenschaftler heran und benutzte ausgefeilteste Hightech. Der Film, der in Frankreich am 27. Januar 2010 angelaufen ist, bildet den Startschuss für das Internationale Jahr der Biodiversität, das vom französischen Ministerium für Ökologie, Energie, nachhaltige Entwicklung und Meeresfragen, zuständig für grüne Technologien und Klimaverhandlungen, ausgerufen wurde: ein einzigartiges Eintauchen ins Herz der Meere und seiner Stürme auf der Suche nach bizarren oder unbeachteten Meereskreaturen.

"Der Ozean, was ist der Ozean?", fragt ein Kind zu Beginn des Films. "Unsere Ozeane" geht der Frage nach, welche Abdrücke der Mensch in der Natur hinterlässt. "Unsere Ozeane" ist kein Dokumentarfilm, sondern Kino, echtes Kino. Kein Blick von außen, kein Kommentar. Die Bilder sprechen für sich. Der Film von Jacques Perrin und Jacques Cluzaud ist ein Aufruf zum Schutz einer Welt, die in Gefahr ist, und zeigt viele Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind. Der Film wurde von vielen Seiten, staatlichen und privaten Partnern (Staat, Gebietskörperschaften, Unternehmen, Stiftungen ...) unterstützt.

Um dem Thema des Films, die Biodiversität der Meere, gerecht zu werden, lag Jacques Perrin und Jacques Cluzaud viel daran, eine Nähe zwischen Zuschauer und Unterwasserwelt zu schaffen. Somit war es wichtig, über die Bilder eine gewisse Dynamik und Lebhaftigkeit zu vermitteln. Hierzu war das Team ständig mit technischen Herausforderungen konfrontiert: "Mit 10 Knoten durch einen sich auf Beutefang befindenden Thunfischschwarm hindurchzusausen, Delfine bei ihren verrückten Kavalkaden zu begleiten, mit einem weißen Hai ’Schulter an Flosse’ zu schwimmen." 14 französische, japanische und schwedische Kameramänner haben alle Weltmeere durchstreift. 12 Filmteams haben Wellen, Regen und Stürmen an Bord von Schlauchbooten getrotzt. Auf den fünf Kontinenten wurden Hunderte von Biologen mobilisiert ... Das Budget ist beachtlich: 50 Millionen Euro.

Beachtlich sind auch die die Innovationen, die zum Gelingen des Films beitrugen. Um einen Wal zu filmen, ohne ihn zu stören, hat das Team eine Kamera auf dem Arm eines Schiffkrans installiert: Es handelt sich um die von Jacques-Fernand Perrin und Alexandre Bügel konzipierte "Thetys“-Vorrichtung. Die bei den Dreharbeiten eingesetzten Mittel sind äußerst originell. Ein elektrischer, ferngesteuerter Minihubschrauber namens "Birdyfly" kann sich absolut lautlos auftauchenden Walen nähern. Ein "Halb-Luft-Halb-Wasser“-Gerät filmt gleichzeitig auf und unter der Wasseroberfläche, sodass es möglich ist, Seehunde, Ohrenrobben oder Fischotter, die mit dem Kopf über Wasser schwimmen, zu begleiten. Der Clou aller Erfindungen ist jedoch die auf Torpedos installierte Digitalkamera, die mit einem Kabel aus optischer Faser von einem Boot mit hoher Geschwindigkeit durchs Wasser gezogen wird. Diese Kamera filmt rückwärts, sodass die Tiere von vorn gesehen werden können.

Über die technische Leistung hinaus ist dieser Film vor allem ein Warnruf in Bezug auf den Zustand unserer Meere. "Trotzdem ist das Meer auch jetzt noch ein immenser, naturbelassener Raum. Die Meere bieten immer noch unbegrenzte Freiheitsräume", so Jacques Perrin.

"Auf den Costa Rica vorgelagerten Kokos-Inseln braucht man nur den Kopf unter Wasser zu stecken, um unterschiedlichste Fische, Haie, Rochen in allen Größen, Schildkröten und Meeressäuger zu sehen", sagt Jacques Cluzaud begeistert.

Im nördlichen Kanada, auf der kleinen Coburg-Insel, leben Eisbären, Walrösser und Seehunde noch relativ ungestört. Im äußersten Westen der Galapagos-Inseln lassen sich Adler inmitten von Meeresleguanen, Ohrenrobben und Kormoranne ohne jegliche Furcht, ein paar Meter vom Filmteam entfernt, nieder; und an der Küste der Transkei (Südafrika) stürzen sich ganze Vogelschwärme ins Wasser, um flügelschlagend Sardinenschwärme bis in zehn Meter Tiefe zu verfolgen.

Die Bilder des Films "Unsere Ozeane" sind in diesen Winkeln unserer Erde entstanden. Jacques Perrin lässt uns in eine einmalige und ergreifende Welt – die Welt der Meere – eintauchen.

Letzte Änderung 25/04/2012

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