Der Louvre-Lens jetzt auch für das breite Publikum geöffnet [fr]

JPEG Eine Woche nach der offiziellen Eröffnung durch Staatspräsident François Hollande öffnete der Louvre-Lens am 12.12. auch seine Pforten für den Publikumsverkehr.

Neben der Galerie der Zeit, die für 5 Jahre eine Zeitreise durch die Sammlung des Louvre von den Anfängen der Schrift bis in das 19. Jahrhundert präsentiert, ist bis zum 11. März die Ausstellung RENAISSANCE: Die Kunstrevolution in Europa zwischen 1400 und 1530 zu sehen.

250 Exponante legen Zeugnis von einer Epoche der intellektuellen und künstlerischen Neuorientierung ab.

- Praktische Informationen

Staatspräsident François Hollande hatte am 4. Dezember den Louvre-Lens eröffnet, der auf einer 20 Hektar großen Industriebrache errichtet wurde, die früher von Bergwerksanlagen geprägt wurde. Das neue Museum liegt in der 36.000 Einwohner-Stadt Lens im Departement Nord-Pas de Calais, unweit von Lille. Die Stadt, auch bekannt als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 1998, ist von der deutschen Westgrenze bei Aachen in etwa 3 Stunden zu erreichen.

Bei einem Rundgang über das Gelände besuchte Hollande die Galerie der Zeit, eine Zeitreise durch die Sammlung des Louvre seit den Anfängen der Schrift bis zum Meisterwerk Eugène Delacroixs "La liberté guidant le peuple" von 1831, das die Julirevolution von 1830 porträtiert. Hier sind für die nächsten 5 Jahre Skulpturen, Kunstobjekte, Gemälde, Zeichnungen und Keramiken aus der Louvre-Sammlung ausgestellt. Weiter ging es durch den Glaspalast, in dem Sonderausstellungen zu sehen sein werden.

Der Staatspräsident würdigte in seiner Rede vor geladenen Gästen das Werk des japanischen Architekturbüros Sanaa, welches den Museumskomplex entworfen hatte. Der Louvre setze dabei seinen revolutionären Weg fort, der es den Bürgern erlaube, den Weg der Schönheit und zu den Werken zu betreten, die uns als Orientierung dienen können.

JPEG Insbesondere unterstrich Hollande den pädagogischen Ansatz des Louvre-Lens, der es auch dem ganz jungen Besucher erlaube, einen Zugang zur Kultur zu entwickeln und die kulturelle Entwicklung der Welt zu verstehen.

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 4.12.2012 ging der Direktor des Louvre Henri Loyrette auf den Stellenwert des neuen Museums ein. Der Louvre-Lens sei weder eine Dependance, noch eine Antenne des Pariser Louvre, sondern ein eigenständiges Regionalmuseum mit eigenem Direktor und zugleich ein neuer Flügel des Louvre.

Erstmals hätte der Louvre die Möglichkeit, Bestände aus seinem Fundus in einen Raum zu hängen, der speziell als Museum konzipiert wurde. So könnten Werke von Rubens und Poussin neben Kunstobjekten des Osmanischen Reiches ausgestellt werden, so Loyrette. Für ihn sei der Louvre ein ’Musee national’, eine Einrichtung für ganz Frankreich. Das zentralistische System sei heute überholt. Deshalb traf sich „unsere Suche nach neuen Formen landesweiter Präsenz mit dem Wunsche aus der Region nach einem großen Museum, vor dem Hintergrund einer allgemeinen Bemühung um Kulturdezentralisierung in Frankreich“. Dies habe sich auch zuletzt im Centre Georges Pompidou von Metz niedergeschlagen.

- Video der Rede von Staatspräsident François Hollande

- Fotos von der Eröffnung

- Eröffnung des Louvre-Ablegers in Lens: Kultur in einem besonderen Umfeld

Letzte Änderung 13/12/2012

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