Der große Meaulnes von Alain-Fournier wird 100 [fr]

JPEG Vor hundert Jahren erschien in fünf Fortsetzungsfolgen in der Nouvelle Revue Française Henri Alain-Fourniers einziger fertiggesteller Roman Der große Meaulnes, der auf Deutsch auch unter dem Titel Der große Kamerad erschienen ist.

In ganz Frankreich werden im Laufe des Jahres noch zahlreiche Veranstaltungen zum Jubiläum dieses Romans stattfinden: Lesungen, Ausstellungen, Themen-Workshops, die sich mit der so sanften wie flüchtigen Poesie der Sprache dieses Erstlingswerks befassen. Seit Anfang Juli organisiert Vendôme, im Departement Loir-et-Cher, Lesungen im Parc Ronsard; in Cerisy-la-Salle (Manche) findet ein Kolloquium statt und in Rochefort (Charente-Maritime) ist ein Theaterstück zu sehen, das sich mit dem Werk Alain-Fourniers auseinandersetzt.

Der Roman, der es sogar in die enge Auswahl für den Prix Goncourt, den französischen Literaturpreis par excellence, schaffte, erhielt schon bei seinem Erscheinen positive Kritik und wurde bis heute mehrfach übersetzt und auch verfilmt (1967 und 2006). Der frühe Tod des Autors, der mit nur 28 Jahren in den ersten Monaten des Ersten Weltkriegs starb, steigerte das Interesse an dem Text noch.

Im Katalog für nationale Gedenkfeiern des französischen Kulturministeriums wird Der große Meaulnes als ein „exemplarischer Roman über die Jugend“ vorgestellt, in dem die Vorstellungswelt die Realität weit hinter sich lässt. Die Wanderschaften des Augustin Meaulnes entführen den Leser in die fantastischen und geheimnisvollen Landschaften der Sologne und beschwören die Stimmung eines Abenteuerromans herauf. Die Geschichte des jungen Mannes, der sich nach einer flüchtigen Begegnung mit einem jungen Mädchen auf die Suche nach ihr begibt, ist eine Mischung aus eigenen Erfahrungen und poetischer Inspiration und gehört zu den Werken, die die Leser im 20. Jahrhundert am meisten beeindruckt haben. Der Roman wurde in zahlreichen musikalischen, literarischen und filmischen Werken verarbeitet; nur die Malerei hat ihn nicht für sich entdeckt. Es genügt allerdings, sich in ein Gemälde von Edgar Degas oder Antoine Watteau zu vertiefen, um die flüchtige Leichtigkeit und betörende Unschuld dieses phantastischen Festes zu erahnen, das einen Wendepunkt in der Geschichte darstellt.

Am 20. Juli 2013 widmete der Deutschlandfunk dem Werk eine Sendung.

- Hörspielversion des Werks auf Deutsch

Letzte Änderung 25/07/2013

Seitenanfang