Der in Cannes preisgekrönte Film Liebe von Michael Haneke in Deutschland angelaufen [fr]

Am 20. September kam der mit der Goldenen Palme in Cannes gekürte Film « Liebe » von Michael Haneke in die deutschen Kinos.

Sie heißen Anne und Georges. Beide sind Musikprofessoren um die 80, und sie leben, oder vielmehr sie sterben in Paris.
Unter dem Regisseur von „Das weiße Band“ spielen die beiden Schauspieler Jean-Louis Trintignant und Emmanuelle Riva zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera mit einer bewegenden Zärtlichkeit und Intimität ein alterndes Paar.

Eines Tages erleidet Anne einen Schlaganfall und bleibt auf der rechten Seite gelähmt. Für Georges ist das der Beginn eines neuen Alltags, in dem er seiner Frau öfter zur Seite stehen und ihr helfen muss.
Als Anne vorübergehend das Gedächtnis verliert, erzählt ihr Georges eine Geschichte aus seiner Kindheit. Seine Großmutter hatte ihm Geld gegeben, damit er allein ins Kino gehen kann. Voller Stolz betritt er den Kinosaal, verlässt ihn nach dem Film aber voller Tränen, so sehr hat ihn der Film berührt. Als er einem älteren Nachbarsjungen von dem Film erzählt, amüsiert sich dieser über die Gefühle von Georges, der dann nur noch Scham wegen seiner Tränen empfindet.

Stolz, Emotion, Scham – Gefühle, die sich tief in Georges eingeprägt haben, auch dann, als er schon längst vergessen hat, worum es in dem Film damals ging.

Mit diesem und anderen Lebenseinblicken zeigt Michael Haneke ein Paar, das vom nahenden Lebensende gezeichnet ist und dennoch nicht aufgibt. Ein Paar, das weiterhin Kraft aus der eigenen Wärme schöpft, um gemeinsam durch die letzte Reise des Lebens zu gehen. Ein Paar, das nicht darauf verzichtet hat, sich zu lieben.

Kann man nicht mehr erzählen oder zuhören, so kann man vielleicht doch noch zusammen singen.

Denn in diesem Film geht es nicht um das Alter, es geht um die Liebe. „Ihn den besten Film des Jahres zu nennen, ist eine Untertreibung; er überstrahlt eine Zeit.“ (Der Tagesspiegel)

Mit der Beteiligung von

- France 3 Cinéma, Ard Degeto, Bayerischer Rundfunk, Westdeutscher Rundfunk.

- Und mit der Unterstützung des EU-Förderprogramms „Kreatives Europa“

Letzte Änderung 21/09/2012

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