Der neue Zugang zum Mont Saint-Michel: ein Beispiel für nachhaltigen Tourismus

JPEGDer im Watt gelegene legendäre Klosterfelsen des Mont Saint-Michel in der weiten gleichnamigen Bucht an der Grenze der Bretagne und der Normandie zieht seit jeher Bewohner der Region und Touristen in seinen Bann. Seit 1979 zum Unesco-Kulturerbe gehörend, zieht dieses Wunderwerk bis zu 3 Millionen Besucher jährlich an. Der in einer Bucht, in der Ebbe und Flut mit bis zu 13 Metern ihren höchsten Tiedenhub in ganz Europa erreichen, gelegene „Mont“ ist dabei mit dem im Jahr 709 eingeweihten ersten Kloster auch ein Ort der Erbauung und des Glaubens sowie eine Pilger-Hochburg.

Ein bedrohtes Paradies, denn aufgrund der Verlandungsgefahr wurde 2005 ein umfassendes Programm zur Neugestaltung des Mont Saint-Michel gestartet. Dieses Projekt verfolgt zwei Ziele: die Landschaft einer der schönsten Stätten der Menschheit besser zur Geltung zu bringen und die Geschichte dieses Ortes wieder neu zu beleben.

Der neue 760 Meter lange Zugang wurde am Dienstag, den 22. Juli 2014 für Fußgänger eröffnet. Die neue vom österreichischen Stararchitekten Dietmar Feichtinger entworfene Brücke wird dem internationalen Ruf des Ortes gerecht, ohne dabei das architektonische Ensemble oder die außergewöhnliche Harmonie mit der Bucht aus den Augen zu verlieren. Die Brücke bietet den Besuchern neue Zugangsmöglichkeiten zum „Mont“. Nun kann man die Granitinsel zu Fuß erreichen. Ab 2015, wenn die Bauarbeiten zu Ende werden. Besonders die Rückkehr zum Einsatz von Pferden in einer urbanisierten Umgebung wird von vielen als positive Entwicklung und „Rückkehr zu den Wurzeln“ wahrgenommen. Im Herbst 2014 soll die Dammstraße abgebaut werden.

Verantwortlich für das Projekt zeichnet das Unternehmen Veolia Transport, das von der Tourismuszentrale der Bucht von Saint-Michel mit dem Bau von Parkplätzen und den neuen Zugangsmöglichkeiten zum „Glaubensberg“ beauftragt worden war. Die Auflagen des Kriterienkatalogs und das Verständnis der lokalen Gegebenheiten waren dabei für das Unternehmen interessante Herausforderungen für die Entwicklung seines Know-Hows, so so Cyrille du Peloux, Generaldirektor von Véolia Transport.
Wie jede neue Initiative stößt auch dieses Projekt der Renaturierung bei manchen auf Vorbehalte. Nach Meinung einiger Experten der Touristikbranche könnte dies sogar einigen Touristen vom Besuch des Mont Saint-Michel abhalten. Aber wäre es nicht schade, allein deswegen auf den Besuch der bekanntesten französischen Insel zu verzichten?

Letzte Änderung 24/07/2014

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