Deutsch-französische Brigade in Zukunft auch in Frankreich stationiert

(c) L.Blevennec, Elysée - JPEG Auf einer Pressekonferenz am Rande der 45. Münchener Sicherheitskonferenz kündigten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Nicolas Sarkozy am 7. Februar 2009 an, dass in Zukunft auch ein deutsches Bataillon der deutsch-französischen Brigade in Frankreich stationiert sein wird.

Pressestatement:

Bundeskanzlerin Merkel: Meine Damen und Herren, der französische Präsident Nicolas Sarkozy und ich haben uns jetzt beim Mittagessen noch einmal umfangreich über die anstehenden Probleme ausgetauscht. Wir sind stolz und froh darüber, dass wir gemeinsam Gastgeber des NATO-Gipfels zum 60. Jahrestag sein werden. Ich habe heute schon begrüßt, dass Frankreich auch wieder einen Schritt in die NATO zurückgehen wird. Das ist ein großer Schritt.

Wir haben uns auch darüber verständigt, wie wir die deutsch-französische Kooperation im Bereich des Militärischen in Zukunft besser zeigen können. Hierbei ist Frankreich einen großen Schritt gegangen. Es ist für uns eine Freude und eine Ehre, dass Frankreich zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg sagt: Die Deutsch-Französische Brigade soll nicht nur in Deutschland stationiert sein, sondern sie soll auch einen Standort in Frankreich haben.

Wir haben von deutscher Seite aus organisatorisch verabredet, dass die Standorte, an denen die Deutsch-Französische Brigade heute stationiert ist, erhalten bleiben können. Das wird durch deutsche Umbaumaßnahmen erfolgen. Aber die große politische Botschaft im 60. Jahr des Bestehens der Bundesrepublik Deutschland ist, dass die Deutsch-Französische Brigade auf eine wirkliche Parallelität gestellt wird und (auch) in Frankreich beheimatet sein wird. Wir sind sehr dankbar und stolz, dass wir dieses Zeichen von Frankreich erhalten haben und es damit eine echte Gleichberechtigung in Bezug auf die Deutsch-Französische Brigade geben wird.

Wir haben uns natürlich auch über die anstehenden wirtschaftlichen Probleme informiert und ausgetauscht. Wir werden auf die tschechische Präsidentschaft zugehen und zwischen Deutschland und Frankreich auch noch einmal eine gemeinsame Initiative dazu ergreifen, wie wir in dieser schwierigen Zeit die Schlagkraft Europas deutlich machen können.

Staatspräsident Sarkozy: Der einzige Mehrwert, den ich beisteuern kann, ist, auf Französisch das zu sagen, was Angela Merkel auf Deutsch gesagt hat. Wir, die Frau Bundeskanzlerin und ich, sind uns voll und ganz der Tatsache bewusst, welche besondere Verantwortung auf den Schultern Deutschlands und Frankreichs lastet, um Europa voranzubringen, um solidarischer zu sein, um politisch entschlossener zu sein und besser reagieren zu können. Das gilt für das Europa der Verteidigung. Diesbezüglich gibt es zwischen Deutschland und Frankreich eine völlige Übereinstimmung unserer Positionen. Wir wollen beide dazu beitragen, die NATO europäischer zu gestalten, damit Europa ein größeres Gewicht bei der Definition des neuen strategischen Konzepts der NATO hat. Es wird wirklich eine Ehre für Frankreich sein, deutsche Soldaten dauerhaft auf dem Boden der Französischen Republik beherbergen zu können. Das ist eine historische Entscheidung und zeigt, dass wir bezüglich unserer Vorgänger und der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich auf gleicher Augenhöhe sind.

Darüber hinaus haben wir auch über Wirtschafts- und Finanzfragen gesprochen, über Haushalts- und Bankenfragen. Wir nähern uns an, was die deutsche und die französische Position angeht. Sehr bald werden wir eine gemeinsame deutsch-französische Initiative starten, damit Europa geeinter ist, entschlossener ist und auf wirtschaftlicher und finanzieller Ebene besser reagieren kann.

Meine Damen und Herren, schon allein wegen des Mittagessens mit der Bundeskanzlerin bedauere ich es keineswegs, hierher nach München gekommen zu sein. Vielen Dank, Angela!

Letzte Änderung 19/03/2013

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