Myanmarische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in Paris [fr]

Normalerweise haben es die Sudenten Ende Juni nicht mehr so eilig in die Vorlesungssäle der Sorbonne zu kommen. Am 28. Juni jedoch ist das Auditorium so voll wie nur selten: Die Studenten sind in Massen herbeigeströmt, um die myanmarische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zu sehen.

Die wenigen Privilegierten, die die Ehre hatten, die „Dame von Rangun“ bei einer Konferenz zu erleben, äußerten sich denn auch sehr beeindruckt: „Eine Frau mit Klasse und einer seltenen Bescheidenheit“, „das nennt man einen freien Geist“, „sie ist so extrem natürlich und verständnisvoll“. Einige von ihnen waren tief bewegt, diese großartige Frau endlich in Freiheit zu erleben und mit ihr reden zu können.

Nach einem minutenlangen Applaus diskutierte Aung San Suu Kyi mit den anwesenden Studenten und wurde mit der grande médaille der Sorbonne ausgezeichnet. Im Mittelpunkt ihrer Europareise stand die Jugend und die demokratische Debatte und so stellte sich die myanmarische Oppositionsführerin dem Frage-Antwort-Spiel mit dem jungen Publikum. Sie beeindruckte ihre Zuhörer mit ihrem sicheren Auftreten, ihrer Würde und ihrer Freundlichkeit. „Es ist uns gelungen, uns von den Engländern und den Japanern zu befreien. Nichts kann uns daran hindern, uns auch von den anderen Jochs zu befreien“, sagte die Nobelpreisträgerin mit einem Lächeln. Ohne Rachlust sprach sie vor allem von den Problemen Myanmars: Dieses zerbrechliche, multiethnische Land braucht wirtschaftlichen Wohlstand für seinen Wiederaufbau.

Diese Ikone des Widerstands gegen die myanmarische Militärjunta verbrachte vier Tage ihrer Europareise in Frankreich. Dort wurde sie unter anderem von Staatspräsident Hollande und vom Außenminister Ayrault empfangen. Sie folgte ebenfalls der Einladung ins Palais de Luxembourg, den Sitz des Senats, und ins Pariser Rathaus, wo sie zur Ehrenbürgerin der Stadt ernannt wurde.

Am 30. Juni kehrte Aung San Suu Kyi für einen historisch wichtigen Tag in ihre Heimat zurück: Am 4. Juli hielten die Abgeordneten der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) Einzug ins myanmarische Parlament.

Mehr Infos (auf französisch)

- "Aung San Suu Kyi rencontre des étudiants en Sorbonne" sur le site de la Sorbonne
- "Birmanie : Visite en France d’Aung San Suu Kyi, Prix Nobel de la Paix" sur le site du Ministère des affaires étrangères
- Vidéo

Letzte Änderung 10/07/2014

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