Die Hollywood-Kreaturen des Franzosen Patrick Tatopoulos

GIF Liebhabern des fantastischen Films und von Science-Fiction Movies ist er ein Begriff. Der Spezialist für Spezialeffekte in Hollywood und Regisseur von „Underworld 3“ hat alle Hürden mit Bravour genommen. Jetzt tritt Patrick Tatopoulos mit einer ganzen Reihe von Projekten vor die Kulisse. Der Kreaturen-Kreateur macht jenseits des Atlantiks mit seinem Stil Furore!

Ihm haben wir die „Aliens“ von „Stargate“, „Independence Day“, „They – Sie kommen“, „I, Robot“ und die Kreaturen in „I am Legend“, „Die Hard 4“ … zu verdanken. Der in Paris geborene französisch-griechische Patrick Tatopoulos ist zum Hollywoodliebling avanciert und konnte sich somit seinen Traum erfüllen: „Monster malen.“ Seit rund zwanzig Jahren kreiert er Kreaturen für amerikanische Superproduktionen und gilt weltweit als einer der besten Spezialisten für Spezialeffekte.

Patrick Tatopoulos ist Creature Designer kreiert Filmdekore und Kostüme und übt bei manchen Filmen alle drei Funktionen gleichzeitig aus. Den Langfilmen, an denen er mitwirkt, verleiht er eine ganz bestimmte Atmosphäre, die Filmliebhaber sofort erkennen. Talent in Verbindung mit Disziplin ist sein Schlüssel zum Erfolg. „Ich setze mich jeden Tag hin und zeichne. Zuerst kommt das Design, dann wird die Kreatur konstruiert“: Im Allgemeinen nimmt diese Phase zwei bis drei Monate in Anspruch. Oft arbeite ich an mehreren Projekten gleichzeitig. Inzwischen vertrauen mir die Leute aus der Branche.“

Zu Beginn seiner Karriere hat Patrick Tatopoulos im Animationsfilm gearbeitet und Umschlagseiten von Comics mit Superhelden gezeichnet. Dann setzte er sein Studium in Paris an der École des Beaux Arts und der École des Arts décoratifs fort. Es folgten Aufenthalte in Italien und Griechenland, wo er in der Werbebranche als Kunstingenieur seinen Lebensunterhalt verdiente. 1989 schließlich beschloss er, sein Glück in den USA zu versuchen, wo man im Filmmilieu sehr schnell auf die Qualität seiner Arbeit in der Werbebranche aufmerksam wurde.
Seine erste Hollywooderfahrung war die Verfilmung des ultrabekannten Videospiels „Super Mario Bros 1993. Der eigentliche Durchbruch seines künstlerischen Konzepts kam jedoch erst ein Jahr später, als er die Kostüme und das Dekor für „Stargate“ zeichnete. Dieser Film war auch die erste gemeinsame Arbeit mit Regisseur Roland Emmerich, für den er anschließend die Spezialeffekte für „Independence Day“ und „Godzilla“ entwarf.

Patrick Tatopoulos ist für seine Treue zu den Cineasten, mit denen er arbeitet, bekannt. Hierzu gehört auch Rob Minkoff, für den er die kleine Maus „Stuart Little“ konzipierte. Ferner arbeitete er als Chefdekorateur mit einem seiner Lieblingsregisseure, dem Australier Alex Proyas, in dem Science-Fiction-Thriller „Dark City“, dann, als Art Director, für „I. Robot“. Anschließend berief ihn David Twohy, der seine Dienste im Universum des intergalaktischen Verbrechers Richard B. Riddick in „Pitch Black – Planet der Finsternis“ und „Riddick: Die Chroniken eines Kriegers“ in Anspruch nahm. Das Monster in „Pitch Black“ ist im Übrigen eine seiner Lieblingskreaturen ... Auch die räuberische und fleischfressende Pflanze in Carter Smiths Horror-Thriller Movie „The Ruins“ ist recht nett!

Es folgen „I am Legend” und „Resident Evil“. Bei den Dreharbeiten von „Stargate“ lernte Patrick den Requisiteur Len Wiseman kennen, der ihn für „Underworld 1“ und „Underworld 2: Evolution“ sowie für „Die Hard 4“ engagierte. Daraufhin drängt man den „Mann hinter den Kulissen“, beim dritten Teil der Saga „Underworld“, „Underworld 3: Aufstand der Lykaner“ selbst Regie zu führen. Ehrlich gesagt, „musste man ihn etwas zu seinem Glück gezwungen“. Er ist lieber „hinter den Kulissen“ tätig, und so musste er lernen, was es heißt „eine Beziehung zu den Schauspielern aufzubauen“, sich mit dem „psychologischen Aspekt der Arbeit“ vertraut zu machen ... Ein Schauspieler ist nun mal keine Kreatur! Im Nachhinein hat er es nicht bereut, nachgegeben zu haben. Auch als Regisseur ist es ihm gelungen, dem Film seine ganz persönliche Note zu geben und eine Atmosphäre zu schaffen, die sich von den ersten beiden Filmen der Saga unterscheidet. „Selbst die Hauptfigur ist anders“, räumt Patrick Tatopoulos ein. Natürlich hat er es sich nicht nehmen lassen, das Dekor und seine Kreaturen selbst zu zeichnen! „Es ist durchaus möglich, sich um den künstlerischen Aspekt eines Films zu kümmern und gleichzeitig Regie zu führen“, stellt er fest. Patrick Tatopoulos, der jetzt dem breiten Publikum auch als Regisseur ein Begriff ist, hat zwei weitere Filmprojekte: „Non-Stop“, in dem ein Flugzeug von einem außerirdischen Raumschiff abgefangen wird, und „I. Frankenstein“, in dem Frankrenstein anderen berühmten Kreaturen, wie Drakula, dem Glöckner von Notre-Dame“, dem „Unsichtbaren“ u. a. begegnet. Somit wirft ein großes Ereignis für den Genrefilm seine Schatten voraus. Auch dieser Film wird von den Tatopoulos Studios koproduziert, eine Partnerfirma des international anerkannten französischen VFX-Unternehmens Duran-Dubois. Für Patrick ist dies eine neue Etappe: „Ich lasse die mechanischen Monster hinter mir und wende mich nun den digitalen Spezialeffekten zu.“ Somit wird der exzellenten Ruf der französischen Spezialisten für Spezialeffekte in Hollywood weiter ausgebaut.

Sylvie Thomas

Letzte Änderung 25/04/2012

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