Die französischen Öko-Unternehmen gewinnen an Boden [fr]

JPEG Sie sind innovativ, schaffen Arbeitsplätze und haben ein starkes Wachstumspotential – die grünen Industrien haben Zukunft. Diese oft kleinen Unternehmen werden von der öffentlichen Hand aktiv unterstützt, um sichtbar zu werden und zu exportieren. Dies ist in China der Fall, wo diese Öko-Industrien bereits begonnen haben, sich einen guten Platz zu sichern.

Der Umweltschutz ist eine bedeutende Herausforderung geworden, die die Entstehung französischer „grüner“ Industrien begünstigt. Innerhalb von zehn Jahren haben diese Öko-Unternehmen ein Wachstum erfahren, welches das Wachstum aller anderen Sektoren der französischen Wirtschaft überragt. Im Bereich des Abwasser-, Abfall- oder Recyclingmanagements wachsen die Umsätze Jahr für Jahr um mehr als 5%. Diese Industrien beschäftigen in Frankreich ungefähr 300.000 Menschen und man schätzt, dass sie 10.000 bis 15.000 zusätzliche Arbeitsplätze pro Jahr schaffen.

Im Bereich des Recyclings und des Abfallmanagements, im Bereich der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung oder auch bezüglich der Biokraftstoffe der ersten Generation ist Frankreich einen guten Schritt voraus, insbesondere dank der großen Industriekonzerne, die sehr gut aufgestellt sind. Wenn man alle Bereiche zusammennimmt, hat Frankreich laut der Agentur für Umwelt und Energie (ADEME) den vierten Rang auf dem Markt der Öko-Unternehmen inne. Es werden sowohl die großen Unternehmen, insbesondere im Bereich Wasser und Abfall, als auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen mit sehr speziellen Nischen, gezählt. „Diese Öko-Unternehmen sind dynamisch, sie führen Neuerungen ein und außerdem exportieren sie“, kann man in einem Dossier von Cahiers Industries, einer ministeriellen Zeitschrift, die ihnen gewidmet ist, lesen.

Die französischen „grünen“ Industrien haben in der Tat Ideen und Technologien zu verkaufen. Sie führen Neuerungen ein, um neue Produkte oder „saubere“ technische Verfahren zu entwickeln und zwar mehr als der Durchschnitt der französischen Unternehmen. Sie verwenden durchschnittlich 3% ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung. Um sie zu unterstützen, hat der französische Staat 6 Milliarden Euro für die grünen zukunftsweisenden Forschungszweige freigegeben. Die Forschung konzentriert sich auf einige vielsprechende Sektoren: auf den Biokraftstoffsektor, während der europäische Marktführer im Bereich Biodiesel eine französische Gesellschaft ist, und die weltweite Nachfrage bis 2020 sich verdoppeln könnte; den Sektor der Grünen Chemie, während die französische Chemieindustrie den weltweit fünften Rang innehat und die Nachfrage an alternativen und erneuerbaren Ressourcen ständig wächst; und den Sektor der Energiespeicherung, für den Frankreich über öffentliche Spitzenlabors im Bereich der elektrochemischen Speicherung (Brennstoffzellen, Batterien) verfügt.

Einige Unternehmen haben bereits jetzt den Weg aufgezeigt. Hinsichtlich der Luftaufbereitung hat eine französische mittelständische Gesellschaft es geschafft, sich im Bereich der Rauchgasreinigung von Verbrennungsanlagen als europäischer Marktführer durchzusetzen. Eine andere Gesellschaft hat eine Technik entwickelt, die dazu in der Lage ist, Gasmoleküle an Festkörper zu binden, um die Umgebungsluft zu reinigen. Dies ist in Verarbeitungsbetrieben oder Fabriken für Holz- oder Kunststofffarben, die gesundheitsschädliche flüchtige organische Verbindungen (VOC) ausstoßen, deren Emissionen streng geregelt sind, sehr nützlich. Dies sind führende Innovationen, die Frankreich erhebliche Wettbewerbsvorteile verschaffen.

„Unabhängig davon, ob es sich um große Konzerne oder kleine Strukturen handelt, ist es auf jeden Fall im Ausland, wo die französischen „grünen“ Industrien den größten Teil ihrer Absatzmöglichkeiten finden und finden werden“, kann man im Dossier von Cahiers Industries lesen. Die Öko-Industrien erzeugen tatsächlich im Durchschnitt mehr als die Hälfte ihres Umsatzes im Export. „Während das durchschnittliche Wachstum französischer Unternehmen im Export bei 5% liegt, sind es für die Öko-Industrien 16,5%“, präzisiert die Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet. Die großen Konzerne haben keinerlei Schwierigkeiten sich auf internationaler Ebene zu entwickeln. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen erhalten Unterstützung der öffentlichen Hand, um auf die internationalen Märkte zu gelangen. Dank der Agentur für Umwelt und Energie (ADEME) sowie der französischen Exportförderungsgesellschaft UBIFRANCE, die seit ungefähr zehn Jahren einen Exportplan für Öko-Unternehmen ausgearbeitet haben, konnten sich einige dieser Gesellschaften in Wuhan, China, ansiedeln. Wuhan ist eine Industriestadt mit neun Millionen Einwohnern, die sich westlich von Shanghai befindet, und ein Pilotgebiet in Bezug auf „einen sparsamen Umgang mit Ressourcen und Umweltfreundlichkeit“.

Seit beinahe zehn Jahren hat sich die Stadt Wuhan gegenüber Unternehmen, chinesischen und ausländischen, geöffnet, deren Betrieb mit Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung geführt wird – eine Chance für die Franzosen, die sich bereits vor Ort angesiedelt haben. Peugeot war der erste französische Automobilkonzern, der sich in den 1990er Jahren entschied, zwei Montagewerke in Wuhan zu errichten. Inzwischen gibt es in Wuhan nicht weniger als 80 französische Unternehmen, von denen eine große Anzahl grüne Technologien übernommen hat. Letztes Jahr war Frankreich einer der zehn Hauptinvestoren der Stadt (Frankreich investierte mehr als 600 Millionen Euro) und somit ist Wuhan dabei, „ein Vorzeigeprojekt des französischen Knowhows“ im Bereich der grünen Technologien zu werden. Diesen Wunsch hat die französische Ministerin für Ökologie, nachhaltige Entwicklung, Verkehr und Wohnungswesen, Nathalie Kosciusko-Morizet, bereits bei ihrem Besuch in Wuhan im November 2011 geäußert.

Virginie Langerock

- www.eco-entreprises.fr

Letzte Änderung 10/04/2012

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