Doppelte Staatsbürgerschaft

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- Deutsch-französische Doppelstaatsangehörigkeit im Sinne von Nr. 22 der gemeinsamen Erklärung zum 40. Jahrestag des Elysée-Vertrages

Die gemeinsame Erklärung bekräftigt die Absicht, den im Partnerland Frankreich bzw. Deutschland lebenden Bürgerinnen und Bürgern durch weitere Vereinfachung bürokratischer Verfahren die Beibehaltung ihrer Staatsangehörigkeit zu erleichtern, wenn sie sich dort einbürgern lassen wollen.

 

- Deutsch-französische Doppelstaatsangehörigkeit für in Frankreich lebende deutsche Staatsangehörige

Für diesen Personenkreis besteht die Möglichkeit, die französische Staatsangehörigkeit zu erwerben, ohne die deutsche zu verlieren.

 

Zu Fragen des Erwerbs der französischen Staatsangehörigkeit wenden sich in Frankreich lebende Deutsche an die für ihren Wohnort zuständige Präfektur. Die Einbürgerung unterliegt folgenden Voraussetzungen: Die betreffende Person muss seit fünf Jahren ihren tatsächlichen, rechtmäßigen Aufenthalt sowie den Mittelpunkt ihrer materiellen, familiären und beruflichen Interessen in Frankreich haben (dazu gehört auch, dass der Ehegatte und die minderjährigen Kinder ihren Aufenthalt in Frankreich haben und die betreffende Person eine feste Beschäftigung und ausreichende Mittel französischen Ursprungs besitzt), unbescholten sein und die französische Sprache gut genug beherrschen, um den Alltag bewältigen zu können.

Mit einem Franzosen/einer Französin verheiratete Deutsche können beim Tribunal d’Instance ihres Wohnortes eine Erklärung über den Erwerb der französischen Staatsangehörigkeit abgeben (Artikel 21-2 Code civil - Bürgerliches Gesetzbuch), sobald die eheliche Lebensgemeinschaft vier Jahre bestanden hat. In diesem Fall gibt es keine Voraussetzungen hinsichtlich der wirtschaftlichen und beruflichen Integration, sondern nur solche bezüglich der Unbescholtenheit und der Beherrschung der französischen Sprache.

 

- Deutsch-französische Doppelstaatsangehörigkeit für in Deutschland lebende deutsche Staatsangehörige

In besonderen Fällen besteht auch für in Deutschland lebende deutsche Staatsangehörige die Möglichkeit, die französische Staatsangehörigkeit zu erwerben: vier/fünfjähriges Bestehen der ehelichen Lebensgemeinschaft mit einem Franzosen/einer Französin (Artikel 21-2 Code civil Bürgerliches Gesetzbuch; Gesetz Nr. 2003-119 vom 26. November 2003, novelliert durch das Gesetz Nr. 2006-9011 vom 24. Juli 2006) oder eine mindestens fünfjährige Berufstätigkeit für eine französische private oder öffentliche Stelle oder eine Berufstätigkeit, die für die französische Wirtschaft oder Kultur von besonderem Interesse ist (Artikel 21-26 des Code civil; Gesetz vom 22. Juli 1993).

 

- Französische Ehegatten von Deutschen können eingebürgert werden.

In Deutschland lebende Personen wenden sich zur Beratung und Stellung des Einbürgerungsantrages bitte an die für ihren Wohnort zuständigen Einbürgerungs- oder Staatsangehörigkeitsbehörden der Landkreise oder kreisfreien Städte.

Franzosen bedürfen keiner Erlaubnis der französischen Behörden, um die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben oder die französische Staatsangehörigkeit zu behalten. Sie sind lediglich aufgefordert, das französische Konsulat, bei dem sie gegebenenfalls registriert sind, davon zu unterrichten.

Letzte Änderung 15/07/2019

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