Einwanderung: Die französische Zuwanderungspolitik

Frankreich ist ein Land mit traditionsgemäß starker Zuwanderung. Die höchsten Einwandererzahlen wurden nach dem Ersten Weltkrieg und zwischen 1960 und 1974 registriert. In den letzten Jahren ist der Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung leicht zurückgegangen. Er lag laut Angaben des französischen Instituts für Statistik und Wirtschaftsforschung INSEE im Jahr 2008 bei etwa 5,8 % (3,7 Mio.).

Aber der Migrationsdruck an den Grenzen bleibt bestehen. Frankreich steht an der Spitze der Asyl gewährenden Länder in Europa.
Mit der Absicht, bestmöglich auf den Migrationsdruck zu reagieren und an der Harmonisierung der europäischen Gesetzgebung im Bereich Zuwanderung teilzunehmen, löste die französische Regierung in den letzten Jahren eine Reformbewegung aus.

Das zuletzt in Kraft getretene Gesetz vom 16. Juni 2011 über die Einwanderung, Integration und Staatsbürgerschaft verfolgt mehrere Ziele:

-  eine bessere Steuerung der legalen Einwanderung,
-  ein effektiveres Vorgehen der Regierung bei der Umsetzung der Politik zur Bekämpfung der illegalen Einwanderung,
-  eine bessere Kontrolle der Einwanderungsströme an den Grenzen der Europäischen Union.
Für die Einwanderungs-, Integrations- und Asylpolitik 2012 nannte der französische Innenminister folgende Prioritäten:
-  eine bessere Kontrolle der regelmäßigen Teilnahme an den Integrationsprogrammen,
-  eine verstärkte Bekämpfung des missbräuchlichen Bezugs von Sozialleistungen, gekoppelt an die Bedingung eines legalen Aufenthalts in Frankreich,
-  eine bessere Kontrolle des Erwerbs der französischen Staatsbürgerschaft,
-  die Fortsetzung und Ausdehnung der Reform der Familieneinwanderung,
-  die Reform des Schengen-Systems.

Weitere Informationen:

- Chiffres-clés concernant les immigrés en France, site de l’INSEE

Stand: März 2012

Letzte Änderung 13/01/2015

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