Ermittlungen französischer Behörden zu Pferdefleisch in Fertiggerichten [fr]

(c) DGCCRF - JPEG In mehreren europäischen Ländern ist in tiefgefrorenen Fertiggerichten der schwedischen Findus-Gruppe anstelle des etikettierten Rindfleisches Pferdefleisch gefunden worden. In diesem Zusammenhang sind insbesondere französische Unternehmen in das Zentrum des Interesses gerückt.

Auf Betreiben Frankreichs findet nun am 13.2. in Brüssel eine Dringlichkeitssitzung der Staaten statt, die von dem Vertrieb von Fertiggerichten mit Pferdefleisch betroffen sind. Dabei wird es in erster Linie um die Frage der Etikettierung von fleischverarbeitenden Produkten gehen.

Die Generaldirektion für Verbraucherschutz (DGCCRF) des französischen Wirtschafts- und Finanzministeriums hatte bei ihren Ermittlungen die Vertriebswege des Fleisches der beanstandeten Ware aufdecken können. In der Folge hat nun die Pariser Staatsanwaltschaft auch Vorermittlugen für ein Strafverfahren wegen betrügerischen Handels eingeleitet.

Bei der Eröffnung des neuen Nationalarchivs in Pierrefitte-sur-Seine bei Paris hat sich Staatspräsident François Hollande am 11. Februar für Sanktionen gegen betrügerisch arbeitende Firmen und ggf. auch strafrechtliche Konsequenzen ausgesprochen.

Der Staat stehe dabei in der Verantwortung für Transparenz bei der Kontrolle auf diesem Gebiet zu sorgen. Zudem unterstrich der Staatspräsident, dass die Transparenz der Vermarktungskette nicht nur eine Forderung der Verbraucher, sondern auch eine Aufgabe für Europa und Frankreich bleibe. Dem Verbraucher empfahl er den Kauf von Produkten mit Qualitätssiegeln.

Ergebnis der Ermittlungen der französischen Verbraucherschutzbehörde



Die DGCCRF hat die ersten Ergebnisse ihrer Untersuchungen, die sie in Zusammenarbeit mit den betroffenen Staaten und den europäischen Behörden durchgeführt hat, am 11. Februar bekanntgegeben. Demnach konnte geklärt werden, auf welchem Wege das Fleisch in die Fabrikation der Fertigprodukte und anschließend in den Verkauf gelangte.

Der Lieferant der zur Comigel-Gruppe gehörenden luxemburgischen Firma, die das Fleisch verarbeitet hat, stammt demnach von der französischen Poujol-Gruppe. Diese habe das Fleisch von einem zypriotischen Händler gekauft, der wiederum die Bestellung über einen Händler in den Niederlanden abwickelte. Dieser wiederum hätte das Fleisch von einem Schlachthof in Rumänien bezogen.

In Frankreich sind die beanstandeten Produkte laut Angaben des Handels sofort aus dem Verkauf gezogen worden.

Die DGCCRF wird auf Grundlage ihrer Ermittlungen in Kürze eine Liste aller Kunden veröffentlichen, an die die Firma Comigel in Frankreich und in Europa Produkte verkauft hat, die mit dem beanstandeten Fleisch hergestellt wurden.

Letzte Änderung 13/02/2013

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