Europäische Exzellenz – Die französischen Wirtschaftshochschulen [fr]

GIF In der letzten traditionellen, alljährlich von der einflussreichen britischen Wirtschaftstageszeitung „Financial Times“ (FT) veröffentlichten Rangliste (5. Dezember 2011), rangieren die französischen Wirtschaftshochschulen bzw. Business-Schools unter den besten in Europa.

Der ausgezeichnete Rang, den die französischen Wirtschaftshochschulen in dieser FT-Rangliste belegen, ist zahlreichen Faktoren zuzuschreiben. Neben der hohen Qualität des Unterrichts, den diese Institute bieten, sind ebenfalls die Besonderheit der sogenannten „Grande Ecole“-Programme sowie die intensiven zweijährigen Kurse („Classes Prépa“) zu nennen, mit denen auf das landesweite selektive Auswahlverfahren („Concours“) vorbereitet wird, und den besten Abiturienten die Aufnahme an die Wirtschaftshochschulen ermöglicht wird. Als weitere Erklärung für die positive Einschätzung der französischen Exzellenzhochschulen sind die ausgezeichnete Pflege der Alumni-Datenbanken der ehemaligen Absolventen sowie die Ausstrahlung der im Ausland arbeitenden Absolventen zu nennen. Die generell auslandsorientierten Unternehmen suchen stets Führungskräfte, die in der Lage sind, in einem zunehmend komplexen und von Unsicherheit geprägten Umfeld Entscheidungen treffen zu können. In diesem Sinne bieten die französischen Wirtschaftshochschulen einen Unterricht, der in den verschiedensten Bereichen den Erwerb unbestreitbarer technischer Kompetenzen und eine sehr gute Kenntnis der Welt, die uns umgibt, miteinander verknüpft.

In dieser jährlich im Dezember veröffentlichten Rangliste belegt die prestigebehaftete École des Hautes études commerciales von Paris (HEC Paris), 2011 im 6. Jahr in Folge den ersten Platz, ein Beweis für die Qualität und Nachhaltigkeit der Studiengänge, für stabile organisatorische Strukturen und leistungsfähige Studienprogramme. HEC Paris wird ebenfalls als weltweit beste Wirtschaftshochschule angesehen, wie die weltweite Rangliste des Jahres 2011 der „Financial Times“ zeigt.

Insead - l’Institut européen d’Administration des affaires – belegt im Ranking den zweiten Platz vor der London Business School, der Iese Business School (Barcelona), der IMD (in Lausanne) sowie der IE Business School (Madrid). Desgleichen findet man unter den besten zwanzig Wirtschaftshochschulen drei weitere renommierte französische Wirtschaftshochschulen: Essec - École supérieure des Sciences économiques et commerciales, - ESCP Europe - Ecole supérieure de Commerce de Paris – sowie die Ecole de Management de Lyon (EM). Weitere zehn französische Wirtschaftshochschulen rangieren in der Top-70 der Business Schools in Europa.

Für die Aufstellung dieser Rangliste verglich die Wirtschaftstageszeitung „Financial Times“ vier bereits in der Vergangenheit bereits von ihr ausgearbeitete Ranglisten, d.h. die Rangliste der besten MBA (Master of Business Administration), der besten Fortbildungsprogramme, der besten Executive MBA sowie der besten Masters in Management. Weitere Kriterien, wie der Anteil der Frauen im Lehrkörper, die Anzahl der ausländischen Studenten und Lehrkräfte sowie schließlich die Anzahl der Lehrkräfte mit einem Doktortitel fanden ebenfalls Berücksichtigung.

Die hohe Anzahl dieser verschiedenen Kriterien lässt die Qualität der französischen Wirtschaftsschulen erkennen und deren Leistung abschätzen, umso mehr, als die meisten von ihnen in den letzten Jahren in der Rangliste nach oben rücken konnten. So ist z.B. die Essec erwähnenswert, die innerhalb eines Jahres vom 14. auf den 10. Platz aufrückte. Ein weiteres Beispiel ist die Euromed Management, eine Wirtschaftshochschule, die sich gegenüber der Rangliste des Jahres 2009 um insgesamt 13 Plätze verbessern konnte. Die ständige Verbesserung der Qualität des Unterrichtsangebotes gehört damit zu den wichtigsten Themen, mit denen sich großen französischen Wirtschaftshochschulen befassen.

Einer im Jahre 2011 veröffentlichten Studie der französischen Wochenzeitschrift „Le Point“ zufolge öffnen die französischen Wirtschaftshochschulen zunehmend dem Ausland die Türen: Annähernd 20 % der Studenten der HEC stammen aus dem Ausland. Dieser Anteil liegt an der EM Lyon sowie an der ESSEC bei 15%, während er bei der Euromed Management 30% beträgt. An der ESCP Europe schließlich zählt man 40 % ausländische Studenten. Desgleichen arbeiten durchschnittlich 30 % der Absolventen dieser Eliteschulen nach dem Studienabschluss im Ausland. Hinzu kommt, dass in den meisten dieser Hochschulen mindestens ein Viertel der Lehrkräfte ihren Doktortitel im Ausland erhalten haben. In den Business Schools steht bereits heute ein Studienjahr oder ein Semester im Ausland auf dem Studienplan, was den Abschluss zahlreicher Partnerschaften mit anderen vergleichbaren Hochschulen oder Universitäten weltweit erklärt.

Die Rivalität zwischen den französischen Wirtschaftshochschulen und den angelsächsischen Universitäten ist für die HEC, Insead und sonstigen Essec und Co. eine echte Herausforderung, die sie entschlossen annehmen: nämlich den steilen Weg vom europäischen Leadership zum weltweiten Leadership mit Fokus auf die Ausbildung der wirtschaftlichen und unternehmerischen Eliten sowie der Manager von Morgen gehen.

Barbara Joannon

Internetseiten zum Thema :

- Classement FT
- Palmarès le Point
- Le Monde

Letzte Änderung 26/04/2012

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