Festtagszeit – Champagnerzeit [fr]

©Digitalart/FreeDigitalPhotos.net - JPEGDer Champagner-Ertrag dürfte 2012 so gering ausfallen wie seit 20 Jahren nicht mehr. Ungünstige Wetterbedingungen in der Blütezeit ließen weniger Trauben heranreifen. Doch zur Freude der Erzeuger und der Champagner-Liebhaber dürfte die Qualität trotz allem außergewöhnlich gut sein.

Champagner und besondere Ereignisse gehören untrennbar zusammen: keine Schiffstaufe, kein sportlicher Rekord ohne Champagner. Doch vor allem ist Champagner nicht wegzudenken von großen Feierlichkeiten und glanzvollen Festen, von fröhlichen Zusammenkünften und persönlichen Erfolgen. Champagner – von Königen begehrt, von Madame Pompadour geschätzt; ein Getränk, das Georges Sand als förderlich für die „Entzückung“ beschrieb. Der Schriftsteller Pierre Loti erzählt, Königin Pomaré IV. von Tahiti und Moorea hätte mehrere Kisten Champagner zur Weihe eines Tempels geordert.

Champagner und die Champagne – ein Weinbaugebiet, drei Rebsorten, vier Anbauregionen, eine einzigartige Weinlandschaft

Das Weinbaugebiet der Champagne erstreckt sich etwa 150 km nordöstlich von Paris über rund 34 000 ha und nimmt damit 3,4 % der französischen Rebfläche ein. Um die Hauptorte Reims, Epernay und Châlons-en-Champagne herum liegen die vier großen Anbauregionen Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs und Côte des Bars. Die alten, kleinteiligen Rebflächen in diesen Lagen werden von 15 000 Winzern überwiegend in kleinen Betrieben (durchschnittlich 2 ha) bestellt. Die Kalksteinböden tragen maßgeblich zu diesem spezifischen Terroir bei.

Doch Champagner ist auch das Ergebnis eines einzigartigen Herstellungsverfahrens, das sehr strengen Auflagen unterliegt und ein hochwertiges Erzeugnis garantiert. Champagner gehört zur Kategorie der Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung (AOC). Die Besonderheit des Herstellungsverfahren, die méthode traditionnelle bzw. méthode champenoise, besteht in der zweiten Gärung, die in der Flasche erfolgt. Verwendet werden fast ausschließlich die Rebsorten Pinot noir, Pinot meunier und Chardonnay. Die Lese muss von Hand erfolgen, damit nur einwandfreie Trauben verarbeitet werden. Gut Ding braucht Weile – so schreiben die hohen Qualitätsmaßstäbe schreiben außerdem vor, dass Jahrgangschampagner mindestens drei Jahre reifen muss.

Nicht zuletzt ist Champagner das Erzeugnis einer regionalen Kultur, die ein ausgeprägtes Bewusstsein für den Erhalt des Naturerbes mit seinen historischen Weinbergen und spezifischen geologischen Gegebenheiten hat. Unter dem Titel „Weinberge, Häuser und Kellereien der Champagne“ bewirbt sich die Champagne um Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes.

Champagner – eine deutsch-französische Geschichte

Eine berühmte Champagnersorte leitet ihren Namen von Dom Pérignon ab, dem Benediktinermönch aus der Abtei Hautvillers, der im Languedoc-Roussillon das Verfahren der Flaschengärung maßgeblich entwickelt hat. Andere große Marken tragen den Namen deutscher Familien. So zum Beispiel die Kellerei Mumm, die ihren Namen auf Peter Arnold Mumm zurückführt, einen Bankier, der 1761 einen Weinhandel in Köln betrieb. Seine Söhne führten die Tradition fort und gründeten 1827 einen Weinhandel in Reims. Wie die Familie Mumm haben sich viele andere als Händler in den französischen Kellereien in Reims niedergelassen. Bekannte Namengeber wie Bollinger, Krug, Deutz waren ursprünglich ebenso in anderen Sparten tätig wie Florenz-Ludwig Heidsieck, der aus Lübeck stammte und 1785 die weltberühmte Kellerei gründete. Ihre hochwertige Arbeit und ihre guten Beziehungen zu Deutschland gestatteten ihnen, den Champagner-Handel schnell auszuweiten und diesen besonderen Wein international bekannt zu machen und Kunden wie die Rothschilds, den englischen Königshof oder den schwedischen König für sich zu gewinnen.

Zum Fest lieber brut oder sec?

Ob ein Champagner als brut, sec oder demi-sec in den Handel kommt, hängt von der dosage ab, die dem Champagner vor dem endgültigen Verkorken zugeführt wird und den Restzuckergehalt bestimmt. Durch die dosage erhält der Champagner seine besondere Note. Die Hersteller hüten sie daher als ihr Geheimnis. Brut enthält kaum Restzucker (unter 12 g/l); beim sec dürfen es 17 bis 32 Gramm pro Liter sein; und der vor allem im 18. Jahrhundert sehr beliebte demi-sec kann 32 bis 50 Gramm Restzucker pro Liter enthalten. Ganz gleich, welche Geschmacksrichtung Sie bevorzugen – wichtig ist, dass der Champagner gut gekühlt serviert wird. Aber Vorsicht: nicht tiefgekühlt, denn dann verliert er sein Aroma.

Wenn Sie mehr über Champagner wissen wollen, dann bietet sich ein Besuch im Musée des Beaux-Arts in Reims an: Bis 26. Mai 2013 können Sie dort in der Ausstellung „Arts de l’effervescence, Champagne“ alles über Champagner erfahren: http://www.champagne.fr/fr/actualit...

Eine Einstimmung auf die Champagne gibt es hier im Video: http://www.champagne.fr/fr/paysages...

Letzte Änderung 24/12/2012

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