Frankreich drittgrößter Beitragszahler zum EU-Haushalt [fr]

Das Haushaltsgesetz 2017 legt in seinem Anhang die Finanzbeziehungen zur Europäischen Union dar. Frankreich ist hinter Deutschland und Großbritannien drittgrößter Nettobeitragszahler zum EU-Haushalt und steht an zweiter Stelle bei den Bezügen europäischer Ausgaben.

Frankreichs Beitrag zum EU-Haushalt 2016: 22,1 Milliarden Euro

Der Haushalt der Europäischen Union wird zu 76% von den Beiträgen der Mitgliedsstaaten finanziert, die abhängig von ihrem Bruttonationaleinkommen berechnet werden. Die übrigen 24% stammen aus Importzöllen auf Einfuhren aus Nicht-EU-Ländern, aus der „Zuckerabgabe“ und zu einem geringen Anteil aus den Mehrwertsteuereinnahmen innerhalb der EU.

Frankreichs Beitrag zum EU-Haushalt lag 2016 laut dem Finanzministerium bei 22,1 Milliarden Euro. Dies entspricht 7,7% der Nettosteuereinnahmen Frankreichs. Die Gesamtbeteiligung Frankreichs am europäischen Budget lag damit bei etwa 16% des EU-Haushalts.

Staatspräsident Emmanuel Macron in seiner Initiative für Europa (26.9.2017):

Die Solidarität, die sich aus einem Haushalt ergibt, kann nur mit einer gewachsenen Verantwortung funktionieren, welche mit dem Respekt der Regeln, die wir uns gegeben haben, und der Umsetzung unumgängliche Reformen einhergeht.

Nach der letzten Erhebung war Frankreich 2015 hinter Deutschland und Großbritannien der drittgrößte Nettobeitragszahler zum europäischen Haushalt. Im selben Jahr stand es vor Polen und Spanien an der Spitze bei den Bezügen europäischer Mittel. Die Bezüge lagen bei 14,5 Milliarden Euro, dies entspricht 11,1% der europäischen Ausgaben in diesem Jahr.

Der Großteil der Zuweisungen an Frankreich (9 Mrd. €, d.h. 62%) entfallen auf die gemeinsame Agrarpolitik (GAP). Dieser Anteil, der Anfang des Jahrtausends noch bei 75% lag, geht aber kontinuierlich zurück. Mit 16% war Frankreich 2015 vor Spanien und Deutschland der größte Empfänger von Zuwendungen im Rahmen der GAP.

Die auf europäischer Ebene getätigten Ausgaben in bestimmten Bereichen ermöglichen eine Reduzierung dieser Posten im Haushalt des jeweiligen Landes. Diese Einsparungen, unter anderem in Bereichen, die als entscheidend für das Wachstumspotenzial eines Landes gelten, können positive Auswirkungen auf die Wirtschaftsaktivität haben und langfristig zum Abbau des Staatsdefizits beitragen.

- Quelle, Haushaltsgesetz 2017

Letzte Änderung 05/10/2017

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