Frankreich erweitert 2018 Impfpflicht für Kinder [fr]

Alle ab dem 1. Januar 2018 geborenen Kinder müssen in Frankreich im Laufe ihrer ersten beiden Lebensjahre gegen 11 Krankheiten geimpft werden; so sieht es das im Herbst 2017 vom Parlament verabschiedete Gesetz vor. Bisher gab es nur drei Pflichtimpfungen gegen Diphterie, Tetanus und Kinderlähmung.

Die Kosten für die Impfungen werden dabei vollständig von den Krankenkassen übernommen.

Die Impfung, die ab sofort Voraussetzung für eine Anmeldung in Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen, Ferienlagern und anderen Gemeinschaftseinrichtungen ist, erfolgt gegen folgende Krankheiten:

-  Hib (Haemophilus influenzae Typ b)
-  Keuchhusten
-  Hepatitis B
-  Masern
-  Mumps
-  Röteln
-  Meningokokken C
-  Pneumokokken

Die Einführung der Impfpflicht geht mit einer groß angelegten Informationskampagne einher.

„Das Prinzip des Impfens zielt auf den Schutz eines jeden und aller ab: Man impft sich für sich selbst, aber auch zum Schutz seiner Eltern, seiner Kinder, seiner Nächsten und auch derjenigen, die weil sie krank oder zu jung sind, nicht geimpft werden können. Die Geimpften schützen die Nicht-Geimpften. Deshalb muss eine erfolgreiche, die Allgemeinheit schützende Impfpolitik umfassend sein.“

Agnès Buzyn, Gesundheitsministerin

In der Praxis verzeichnet Frankreich bei den von nun an obligatorischen Impfungen allerdings schon heute einen sehr hohen Durchimpfungsgrad bei Kindern. 70 % der Kinder erhalten bereits die notwendigen 10 Injektionen gegen die genannten 11 Krankheiten.

Bei dem vor diesem Stichtag geborenen Kindern bleibt es bei den drei bisherigen Pflichtimpfungen (Diphterie, Tetanus und Kinderlähmung).

Die Impfdaten und ihr Einfluss auf die Bekämpfung von Krankheiten sollen alljährlich einer Prüfung für eventuell notwendige Nachjustierungen unterzogen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erachtet dabei einen Durchimpfungsgrad von 95 % als notwendig, um die Krankheits- und Ansteckungsrisiken zu minimieren.

Letzte Änderung 15/01/2018

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