Frankreich gründet öffentliche Investitionsbank BPI [fr]

JPEG Der Gesetzentwurf zur Gründung einer öffentlichen Investitionsbank (Banque publique d’investissement, kurz BPI) wurde am 17. Oktober im Ministerrat vorgestellt. Die Banque publique d’investissement basiert auf einer Partnerschaft zwischen dem französischen Staat und den Regionen und gehört dem Staat und der Caisse des dépôts et consignations (CDC) je zur Hälfte. Sie wird mit einer „Schlagkraft“ von 42 Milliarden € ausgestattet, mit denen kleine und mittlere Unternehmen finanziell unterstützt werden, so Wirtschafts- und Finanzminister Pierre Moscovici. Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen: 20 Milliarden für Darlehen, 12 Milliarden für Bürgschaften und 10 Milliarden für die Beteiligung am Eigenkapital von Unternehmen in den kommenden fünf Jahren, fügte der Minister hinzu.

Die BPI soll keine übliche Bank sein. Sie wird da tätig, wo Privatbanken sich nicht trauen. 90 % der Entscheidungen werden in den Regionen in unmittelbarer Nähe zu den Unternehmen getroffen, die somit einen einheitlichen Ansprechpartner erhalten, hinter dem der Fonds stratégique d’investissement (Fonds mit Beteiligungen in den französischen Betrieben, die von strategischer Bedeutung sind), die öffentliche KMU- und Innovationsbank Oséo und CDC Entreprises (Tochtergesellschaft der CDC) stehen.

Mit der Zusammenführung aller verfügbaren Instrumente können echte wirtschaftliche Weichen für bestimmte Industriezweige gestellt werden, so zum Beispiel für Unternehmen, die in die Energiewende involviert sind. Dank gemeinsamer Finanzierungsmaßnahmen wird die BPI eine Hebelwirkung entfalten können. „Es ist kein defensives sondern ein offensives Instrument“, so Pierre Moscovici im Anschluss an die Sitzung des Ministerrats. Die Bank solle „keine Feuerlöscharbeit übernehmen“, betonte der Minister.

Der Gesetzentwurf soll bis Ende des Jahres verabschiedet werden und die erste Sitzung des Verwaltungsrats im Januar 2013 stattfinden.

Letzte Änderung 18/10/2012

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