Frankreich mit bedeutendem Anteil am ESM [fr]

JPEGDer französische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Pierre Moscovici, und die anderen Finanzminister der Eurogruppe haben am 8. Oktober 2012 den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) offiziell in Kraft gesetzt.

Die Eurogruppe, die den Rat der ESM-Gouverneure bildet, traf sich zur Eröffnungssitzung dieses dauerhaften Rettungsfonds, der die im Mai 2010 vorübergehend geschaffene Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) ablösen soll.

Die Erstausstattung des ESM beträgt 200 Milliarden Euro. Mit einem zusätzlichen Kreditvolumen von 500 Milliarden Euro wird der ESM 2014 seinen vollen Umfang erreichen. Europa verfügt damit jetzt über die Mittel, die es braucht, um selbst auf seine Probleme zu reagieren. In seiner Rede vor der Nationalversammlung über die europäischen Perspektiven sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault am 2. Oktober 2012, dass „die Eurozone über gemeinsame Haushalts- und Finanzinstrumente verfügen muss, um die Schlageinwirkungen von außen abzuwehren und den Ländern, die in Schwierigkeiten geraten, die Möglichkeit zu geben, diese zu überwinden und wieder zum Wachstum zurückzufinden. Denn ohne Solidarität es gibt kein Europa.“
Frankreich wünscht sich, dass die Rolle des ESM in Sachen Bankenkrise durch die schnelle Einführung einer einzigen Bankenaufsicht ausgeweitet wird, denn diese ist die Voraussetzung dafür, dass der ESM den Banken direkt, ohne den Umweg über die Staaten, Geld leihen kann. „Dies ist der erste Schritt hin zu einer Vertiefung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion auf der Grundlage einer solidarischen Integration“, so der Premierminister am 2. Oktober.

Wir hoch ist der französische Anteil?
Frankreich, der zweitgrößte Beitragszahler, übernimmt einen Haftungsanteil von rund 20 % der Gesamtsumme (140 Milliarden Euro) am ESM; davon entfallen 16 Milliarden Euro auf die Bareinzahlung.

Anteile am Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM)

Deutschland Frankreich Italien Spanien Niederlande Griechen-land Portugal Andere
27,15% 20,39% 17,92% 11,90% 5,72% 2,82% 2,51% 11,59%

Pro-Kopf-Beitrag am Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM)

Mitgliedsland der Eurozone Beitrag pro Einwohner
Luxemburg 3516 €
Irland 2477 €
Niederlande 2400 €
Finnland 2344 €
Deutschland 2324 €
Österreich 2320 €
Belgien 2218 €
Frankreich 2193 €
Italien 2068 €
Spanien 1804 €
Zypern 1739 €
Griechenland 1730 €
Portugal 1657 €
Slowenien 1463 €
Malta 1197 €
Slowakei 1067 €
Estland 970 €

Quelle: Eurostat

Der ESM-Verteilerschlüssel basiert auf dem der Beitragszahlungen zur EZB. Aber im Unterschied zur EZB leisten die europäischen Länder, die nicht zur Eurozone gehören, keine Beiträge zum ESM. Zwar beläuft sich der Beitragsanteil Frankreichs zur EZB nur auf 14,22 % der Gesamtbeiträge, aber da weniger Länder (also nur die Eurozone) in den ESM einzahlen, beträgt Frankreichs Anteil hier 20,39 %.

Image courtesy of Stuart Miles / FreeDigitalPhotos.net

Letzte Änderung 18/10/2012

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