Frankreich senkt Atomkraftanteil an der Stromproduktion bis 2025 deutlich [fr]

JPEG Der Rat für Nuklearpolitik hat am 28. 9. 2012 das erklärte Ziel einer Senkung des Atomkraftanteils an der Stromproduktion Frankreichs von 75 % auf 50 % bis 2025 bestätigt. Zu diesem Zweck werden die beiden Reaktoren des Atomkraftwerks in Fessenheim bis spätestens 31. Dezember 2016 endgültig stillgelegt werden.

Premierminister Jean-Marc Ayrault wird eine fachkundige Persönlichkeit, die dem Energieminister unterstellt wird, beauftragen, diese Stilllegung unter verantwortungsvollen wirtschaftlichen, technischen und sozialen Bedingungen vorzubereiten.

Der Rat für Nuklearpolitik bestätigt ferner, dass der EPR in Flamanville der einzige Reaktor zur Stromproduktion ist, der in dieser Legislaturperiode in Betrieb gehen wird. Auch die Strategie zur Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennstoffe und zur Wiederverwendung des Spaltmaterials als MOX-Brennelemente in französischen Reaktoren wurde bekräftigt.

Der Rat für Nuklearpolitik bestätigt außerdem den im Gesetz zur nachhaltigen Bewirtschaftung der radioaktiven Stoffe und Abfälle aus dem Jahre 2006 verankerten Fahrplan für das Tiefenlager für hoch- und mittelaktive Abfälle mit langer Lebensdauer. Die Energieministerin soll dafür sorgen, dass eine öffentliche Debatte zu diesem Thema 2013 stattfindet.

Der Rat für Nuklearpolitik nimmt die Arbeiten über Nuklearsicherheit, die nach der Katastrophe in Fukushima aufgenommen wurden, zur Kenntnis und fordert eine vollständige Umsetzung der Empfehlungen, die daraus hervorgehen werden. Frankreich wird sich auf der internationalen Bühne und ganz besonders bei der Ministerkonferenz zur Nuklearsicherheit in Fukushima am 15. Dezember 2012 für eine Verschärfung der internationalen Vereinbarungen über Nuklearsicherheit und für eine bessere Umsetzung dieser Vereinbarungen einsetzen.

Der Rat für Nuklearpolitik bekräftigt das Vertrauen Frankreichs in seine nukleare Technologie und Industrie sowie das Ziel, einen Exportzweig für Nukleartechnologie auf der Grundlage der strengsten Sicherheitsanforderungen aufzubauen. Die verschiedenen Exportvorhaben von Nukleartechnologie, unter anderem nach Europa, China und Indien, wurden dabei überprüft. Der Rat nimmt den bedeutsamen Ausbau der chinesischen Nuklearkapazitäten zur Kenntnis und hält es für strategisch angebracht, eine nachhaltige und ausgewogene Partnerschaft mit China unter Achtung der Priorität für die Sicherheit einzugehen.

- Stilllegung des Kernkraftwerks Fessenheim

Letzte Änderung 17/10/2012

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