Frankreich setzt auf mehr berufliche Gleichstellung [fr]

JPEG Arbeitsminister Michel Sapin und Frauenrechtsministerin Najat Vallaud-Belkacem haben am 18. September vor dem neu gegründeten Lenkungsausschuss für die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern in Unternehmen die Vorschläge der Regierung vorgestellt, um folgende Ziele zu erreichen:

- Minderung der Lohnunterschiede, die trotz positiver Tendenz fortbestehen. 2006 verdienten Frauen in Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten im Durchschnitt 27 % weniger als Männer. Die Unterschiede machen sich auch auf anderen Ebenen bemerkbar: So betrifft etwa die Teilzeitarbeit wesentlich mehr Frauen (31 %) als Männer (6 %), und die Höhe der Renten für Frauen zwischen 66 und 69 Jahren entspricht gerade einmal 50 % der an Männer ausbezahlten Renten (bei Menschen über 85 sind es 42 %).

- eine stärkere Präsenz von Frauen in den Exekutivausschüssen und Vorständen. Heute liegt der Frauenanteil dort bei lediglich 13,5 %; in den 500 größten französischen Unternehmen sind es sogar nur 8 %. In 58 % dieser 500 Unternehmen sitzen keine Frauen im Vorstand.

- eine geringere Benachteiligung durch die Erziehungszeit (congé parental) bei der Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit. 40 % der Mütter geben an, dass sich ihre Situation am Arbeitsplatz nach der Geburt eines Kindes verändert. Bei den Vätern sind es nur 6 %. Doch auch hier sind Verbesserungen sichtbar: Heute arbeiten 78 % der Mütter mit Kindern unter 3 Jahren; 1975 waren es noch 43 %.

- eine bessere Durchmischung der Geschlechterstruktur in den verschiedenen Berufsgruppen. Frauen sind lediglich in einem Dutzend verschiedener Berufsgruppen tätig (Pflege, Sekretariat, Gesundheitswesen usw.).

In seiner ersten Sitzung hat der Lenkungsausschuss grünes Licht für Pilotversuche in 8 Regionen zu den Themen Arbeitszeitorganisation, Geschlechterstruktur der Berufsgruppen und Elternzeit gegeben.

Letzte Änderung 12/10/2012

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