Frankreich stärkt zum Schuljahr 2017/2018 den Sprachunterricht [fr]

Am 4. September 2017 beginnt mit der „Rentrée“ – dem Beginn des Schuljahres - wieder die neue Zeitrechnung für die über 12 Millionen Schüler in fast 63.000 Einrichtungen. Im neuen Schuljahr wird es, wie von Staatspräsident Emmanuel Macron in seinem Programm angekündigt, zu einigen bedeutenden Neuerungen kommen. Dies betrifft insbesondere die Stärkung der Zweisprachenklassen (classes bilangues), wovon besonders auch der Deutsch-Unterricht in Frankreich profitieren dürfte.

Die vier Neuerungen zum Schuljahr 2017/2018

Grundschulen:

-  Reduzierung der Klassenstärke in Grundschulen in sozialen Brennpunkten. In den ersten beiden Schuljahren (CP+CE 1) werden hier nur noch 12 Schüler statt bisher etwa 21 pro Klasse unterrichtet. Hiermit soll erreicht werden, dass jeder Schüler einen soliden Wissenssockel in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechnen und im Zusammenleben erreichen kann.

-  Die Grundschulen und die Kommunen erhalten mehr Freiheiten bei der Festlegung der Schulzeiten, um den Gegebenheiten vor Ort besser Rechnung zu tragen. Nach der 2014 in Kraft getretenen Reform, die aus pädagogischen Gründen die Allgemeingültigkeit der 4-Tage-Schulwoche abgeschafft hatte, verteilt sich in 65 % der Schulen der Unterricht heute auf 5 Tage und in 35 % der Schulen auf 4 Tage.

Collège (Sekundarstufe 1):

-  Einführung einer Hausaufgabenbetreuung (Devoir fait) auf freiwilliger Basis, von der in erster Linie Kinder mit wenig Unterstützung von zu Hause profitieren sollen. Die Betreuung wird durch bezahlte Kräfte (Lehrer, Studenten, Rentner) bzw. auch Ehrenamtliche gewährleistet.

-  Ausgestaltung der Reform des Collège von 2016 mit der Wiedereinführung der Zweisprachenklassen für die lebenden Fremdsprachen (Unterricht in zwei Fremdsprachen wie Englisch, Deutsch, Spanisch, Portugiesisch und Italienisch ab der 6ème) und der Ausweitung des Angebots in den klassischen Sprachen Altgriechisch und Latein. Zudem wird allgemein der pädagogische Handlungsspielraum der Lehrer in Bezug auf die Unterrichtsinhalte erweitert.

Beihilfe zum Schuljahresbeginn

Des Weiteren wird die Beihilfe zu Schuljahresbeginn von der Familienkasse ausgezahlt, die mehr als 2,8 Mio. Familien, das heißt etwa 5 Millionen Schulkindern zwischen 6 und 18 Jahren zu Gute kommt. Sie wird einkommensabhängig gewährt: Bei einem Kind bis zu einem Einkommen von 24.404 € (pro weiteres Kind erhöht sich die Einkommensgrenze dann um 5632 €)

- 364,09 € für Kinder von 6 bis 10 Jahren;
- 384,17 € für Kinder von 11 bis 14 Jahren;
- 397,49 € für Kinder von 15 bis 18 Jahren.

Rentrée 2017: Kennziffern der Schule in Frankreich
Schüler in staatlichen und privaten Schulen 12 420 900 Schüler insgesamt (Frankreich und Überseegebiete), davon:
- 6 791 700 Schüler in der Vor- und Grundschule und
- 5 629 200 Schüler in der Sekundarstufe I und II,
davon:
- 3 340 100 in der Sekundarstufe I (Collège) und
- 2 289 100 in der Sekundarstufe II (Gymnasium), davon wiederum 650 800 in berufsbildenden Gymnasien
- 300 815 Schüler mit Behinderung in normaler Beschulung
Personal 884 300 Lehrkräfte in den allgemeinbildenden Schulen
Schulen 62 600 öffentliche und private Schulen, davon:
- 51 300 Vor- und Grundschulen
- 7 100 Sekundarschulen (Collège)
- 4 200 Gymnasien und berufsbildende Gymnasien - 80 Schulen für Menschen mit schwerer Behinderung
Abschlüsse die Schüler erhalten den Abschluss der mittleren Reife (Diplôme national du brevet).
- 87,9 % der Schüler absolvieren die Abiturprüfung erfolgreich.
- 78,9 % eines Jahrgangs schließen die Schule mit dem Abitur ab.
Klassenstärken in den öffentlichen Schulen Vor- und Grundschulen
- 25,5 Schüler pro Klasse in den Vorschulen
- 23,1 Schüler in den Grundschulen
Sekundarstufen
- 25,2 Schüler pro Klasse in der Sekundarstufe
- 18,9 Schüler in den berufsbildenden Gymnasien
- 29,3 Schüler in den Gymnasien
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler (2016)
- 6 190 € pro Schüler in der Vor- und Grundschule
- 8 510 € pro Schüler der Sekundarschule (Collège)
- 11 040 € pro Schüler an Gymnasien
- 12 410 € pro Schüler an berufsbildenden Gymnasien

Letzte Änderung 06/09/2017

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