Frankreich strebt 100 Millionen ausländische Touristen an

JPEG Außenminister Laurent Fabius stellte bei der Abschlussveranstaltung der französischen Tourismus-Konferenz am 19. Juni 2014 in Paris eine Gesamtstrategie und eine Reihe von Entscheidungen vor, die zur Dynamisierung des Tourismussektors in Frankreich beitragen, in dem mehr als 7 % des BIP erwirtschaftet werden.

100 Millionen ausländische Touristen nannte der Außenminister als „nächstes Ziel“. 2012 waren 83 Millionen Besucher aus dem Ausland in Frankreich zu Gast.

„Mit einem globalen BIP von 12 % und über 200 Millionen Arbeitsplätzen ist der Tourismus der wichtigste Industriesektor weltweit“, so der Minister. „Ich glaube, dass wir uns ein einfaches und zugleich ermutigendes Ziel setzen können: Wir müssen im Tourismus an die Spitze streben.“

Dazu sollen in Frankreich neben einer Reihe von Maßnahmen, die Laurent Fabius ausführte, „fünf Exzellenzpole“ geschaffen werden, um „die Sichtbarkeit und Lesbarkeit zu steigern“ und die Tourismusakteure auf fünf prioritäre Bereiche zu lenken: Gastronomie und Weintourismus, Sport und Gebirge, Ökotourismus, Kunstfertigkeiten (wie Handwerk und Luxusgüter) und Städtereisen.

Die Finanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro soll durch das Programm Zukunftsinvestitionen gesichert werden, erklärte Außenminister Fabius.

Tourismus als nationale Priorität

In Paris und in mehreren Regionen Frankreichs haben in den letzten Monaten im Rahmen der Tourismus-Konferenz und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien neun Themengruppen einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, um Frankreich als Urlaubsziel der Zukunft attraktiver zu gestalten und den Tourismus als Hebel für Wachstum, Beschäftigung und regionale Entwicklung weiter auszubauen.

Mit 83 Millionen Besuchern jährlich nimmt Frankreich bereits eine herausragende Stellung ein, sieht sich jedoch durch die Entwicklung neuer Reiseziele einer erstarkenden Konkurrenz gegenüber.

Die große Herausforderung, Frankreichs Attraktivität als Reiseland zu erhalten, hat Staatspräsident François Hollande veranlasst, den Tourismus als nationale Priorität zu verankern. Ziel ist es, Frankreichs Platz als wichtigsten Reiseziel in der Welt zu stärken und, so der Staatspräsident, „von allen europäischen Ländern den größten Tourismus-Saldo zu erzielen“. Dazu braucht Frankreich einen neuen Impuls.

Der Tourismus ist ein verbindendes Element und eine wahre Chance für unsere Regionen, Departements und Gemeinden. Die Touristen geben vor Ort Geld aus, die Geschäfte machen mehr Umsatz und die Kultureinrichtungen füllen sich. Und die Investitionen zum Ausbau von Verkehrsnetzen und Infrastruktur kommen als erstes unseren Mitbürgern zu Gute.

Landesweite Initiative: Tourismus stärken und Frankreichs Attraktivität fördern

Die Arbeiten zur Tourismus-Konferenz wurden am 26. November 2013 aufgenommen und am 19. Juni 2014 abgeschlossen. Unter aktiver Beteilung von öffentlichen und privaten Branchenvertretern, einschließlich der Gebietskörperschaften wurden neun thematische Arbeitsgruppen gebildet, die sich sowohl in Kontinentalfrankreich als auch in den Überseegebieten zu zahlreichen Sitzungen getroffen haben.

Die neun Arbeitsthemen:

-  Förderung neuer Urlaubsziele

-  Diversifizierung des tourististischen Angebots

-  Entwicklung einer Strategie für Eventtourismus und Fachtagungen

-  Verbesserung der Gastgeberqualität

-  Exzellenzausbildung für Tourismusberufe

-  Investitionsförderung für ein attraktiveres Angebot

-  Mehr aktives und gemeinsames Handeln der öffentlichen Hand zugunsten des Tourismus

-  Anpassung der Tourismusbranche an die sektorspezifischen Veränderungen

-  Neuer Schwung für das Reiseverhalten der Franzosen

Die Initiative umfasste mehrere Schritte:

-  Vom 26. November 2013 bis zum 31. Januar 2014 konnte jeder, der wollte, auf einer öffentlichen Online-Plattform seine Ideen und Vorschläge einbringen, um den Tourismus in Frankreich weiterzuentwickeln.

-  In neun Arbeitsgruppen wurden die großen Themenbereiche bearbeitet. Unter dem Vorsitz von jeweils zwei Diskussionsleitern brachten in jeder Arbeitsgruppe rund vierzig öffentliche und private Akteure (Unternehmenschefs, Branchenvertreter, Mandatsträger, Gewerkschaftsvertreter, zivilgesellschaftliche Akteure usw.) ihre Ideen zusammen, die vom Fachwissen der jeweiligen Minister ergänzt wurden.

-  In jeder französischen Region wurden Regionalkonferenzen abgehalten. Dabei befassten sich Vertreter von Gebietskörperschaften, öffentlichen und privaten Einrichtungen mit jeweils gebietsspezifischen Fragestellungen.

Diese weitreichende Initiative soll die gesamte französische Gesellschaft für die Herausforderungen des Tourismus und für dessen Rolle in der Wirtschaft des Landes sensibilisieren.

Letzte Änderung 11/08/2014

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