Frankreich verabschiedet Rentenreform [fr]

JPEG Das französische Parlament hat am 18. Dezember 2013 das Gesetz zur Rentenreform verabschiedet. Damit wurde die stufenweise Verlängerung der Beitragsdauer für eine volle Rente auf 43 Jahre bis 2035 beschlossen. Arbeitnehmer, die hohen körperlichen Belastungen bei der Arbeit ausgesetzt sind, können allerdings früher in Ruhestand gehen.

1. Der Fortbestand der bestehenden Rentensysteme wird garantiert

Durch die vorgesehenen Finanzierungsmaßnahmen können die Rentenkassen
wieder ausgeglichen und bis 2040 auf Stand gehalten werden. Unternehmen,
Arbeitnehmer und Rentner tragen die Lasten zu gleichen Teilen.
Die erforderliche Versicherungsdauer für eine abschlagsfreie Rente wird zwischen 2020 und 2035 schrittweise von 166 auf 172 Quartale erhöht, und zwar um ein Quartal alle drei Jahre ab Jahrgang 1958.

2. Das System wird gerechter

Dazu wurden mehrere Maßnahmen getroffen.
Das Persönliche Konto zur Gesundheitsprävention bei hoch belastenden Arbeitsplätzen. Diese Maßnahme betrifft alle Arbeitnehmer mit hoher körperlicher Arbeitsbelastung und tritt 2015 in Kraft.
Bei hoher körperlicher Arbeistbelastung kann der Arbeitnehmer auf einem
persönlichen Konto Punkte ansammeln, die er zu Präventionszwecken oder als Ausgleich in Form von Fortbildungszeit, Teilzeitarbeit bei vollem Lohnausgleich oder Ansprüche auf einen früheren Renteneintritt nutzen kann.
Frauen, junge Berufstätige und Personen mit lückenhaftem beruflichen
Werdegang.

- Niedriglohn- und Teilzeitbeschäftigung, die hauptsächlich Frauen betreffen,
werden besser berücksichtigt.

- Die Berücksichtigung des Mutterschutzes soll verbessert werden.

- Jugendliche können bei Eintritt ins Berufsleben Quartale für Studien-,
Ausbildungs- und Praktikumszeiten erwerben und geltend machen.

- Arbeitslose können ebenfalls in bestimmten Situationen zusätzliche Quartale geltend machen.

- Im Übrigen sollen die Bedingungen für einen vorgezogenen Renteneintritt für Personen, die sehr jung ins Berufsleben eingestiegen sind, flexibler gestaltet werden.

3. Vereinfachte Verfahren

- Jeder Versicherte erhält ab 2017 ein individuelles Rentenkonto, damit
er jederzeit auf Informationen über Ansprüche, Vorausberechnung usw.
zugreifen kann.

- Es ist nur noch ein einziger Antrag für alle Rentenansprüche notwendig.

- Rentner, die in mehrere Rentenkassen eingezahlt haben, erhalten künftig die Rentenzahlung in einem einzigen Betrag.

Regierungsplan zur Rentenreform in Frankreich

Letzte Änderung 20/12/2013

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