Frankreich weltweit die Nummer 1 der Luxusindustrie [fr]

JPEG Laut einer Studie der Strategie- und Managementberatung Bain & Company verzeichnete der internationale Luxussektor 2012 ein Plus von 10 %. Mit einem Viertel des weltweiten Umsatzes erwiesen sich die französischen Unternehmen als besonders dynamisch.

Mit einem weltweiten Umsatz von circa 210 Milliarden Euro in 2012 wächst die Luxussparte so kräftig wie noch nie. Dabei entfällt ein Viertel auf die französischen Luxusunternehmen. Laut einer vergleichenden Studie der Industrie- und Handelskammer Paris Ile-de-France kommen von 270 Prestige-Marken 130 aus Frankreich.

Diese führende Position wurde dank des kräftigen Wachstums aller Sparten der Luxusindustrie (Lederwaren, Juwelierkunst, Mode, Accessoires, Weine und Spirituosen, Art de vivre) weiter ausgebaut. So konnte der LVMH-Konzern 2012 seine Erlöse um insgesamt 19 % steigern und einen Rekordumsatz von 28,1 Milliarden Euro erzielen. Ein weiteres Beispiel ist die Luxusmarke Hermès, die für 2012 einen historischen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro ausweist, was einem Zuwachs von 22,6 % entspricht.

Bernard Arnault, Vorstandsvorsitzender des französischen Luxuskonzerns LVMH, betont, dass «eine Marke auf lange Sicht und mit viel Geduld aufgebaut werden muss». Die französischen Luxusgüter stehen dank ihres zeitlosen Stils und ihres einzigartigen Know-hows «made in France» für authentische Exklusivität und unnachahmliche Handwerkskunst.

Gestützt auf ihr historisches Erbe und ihre Qualitätsprodukte zeichnet sich die französische Luxusindustrie durch Vitalität und internationale Ausstrahlung aus, was gleichzeitig auch ihrer kohärenten Strategie und der Anpassung an die geo-ökonomische Realität geschuldet ist.

Zur Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit setzen die Protagonisten des Sektors auf Solidarität und Synergie. So haben sich 75 französische Luxushäuser in der Vereinigung Comité Colbert zusammengeschlossen, um eine Plattform für Diskussionen und Initiativen zu begründen und die Mitglieder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Das Comité Colbert trägt somit wesentlich zur Imagestärkung Frankreichs bei und setzt den französischen Geschmack in gemeinsame Strategien um. Außerdem können die Mitglieder dank des Austauschs von Best-Practice-Lösungen und prospektiver Analysen zukünftigen Markttrends vorgreifen. Darüber hinaus kann das Comité Colbert auch direkt gegenüber öffentlichen Behörden in- und außerhalb Frankreichs aktiv werden und verfügt dabei über einen signifikanten Verhandlungsspielraum.

Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der französischen Luxusindustrie ist zweifellos ihre Fähigkeit, sich auf die internationalen Märkte einzustellen. Traditionell stammen ihre wichtigsten Kunden aus den USA, Japan und Europa. Die weltweiten wirtschaftlichen Umwälzungen haben jedoch zur Herausbildung neuer Märkte für Luxusprodukte geführt. Bei der Nachfrage nach Luxusgütern hat China inzwischen Japan überholt und ist nach den USA der zweitgrößte Luxusmarkt. Die französischen Luxushäuser konnten dank ihrer visionären Strategie weltweit neue Marktanteile erobern. Das Comité Colbert belegt diese Entwicklung mit eindrucksvollen Zahlen: die französischen Unternehmen erwirtschaften mittlerweile 12 % ihres Umsatzes auf dem chinesischen Markt. Gleichzeitig verzeichneten sie 2012 15 % Zuwachs in Brasilien sowie 20 % in Indien – und dies trotz der bestehenden Tarifschranken.

Das Erfolgsrezept für die internationale Entwicklung der französischen Luxusindustrie lässt sich somit wie folgt zusammenfassen: französische Unternehmen wie LVMH, PPR, Hermès oder Chanel, aber auch kleinere mittelständische Unternehmen haben ihren Wettbewerbsvorteil in punkto Prestige, Know-how und Qualität zu nutzen gewusst und gleichzeitig auf eine gemeinsame offensive Strategie gesetzt, die den aktuellen geo-ökonomischen Gegebenheiten Rechnung trägt.

Chrystelle Baba

- www.cci-paris-idf.fr
- www.comitecolbert.com

Letzte Änderung 05/08/2013

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