Frankreich will attraktiver für Auslandsinvestitionen werden [fr]

(c) Présidence de la République - GIF Staatspräsident François Hollande und Premierminister Jean-Marc Ayrault stellten sich bei einem Gipfel des Comité stratégique de l’attractivité, der am 17. Februar 2014 im Elysée stattfand, der Kritik internationaler Unternehmen und Investoren und kündigten dabei Maßnahmen zur Verbesserung der Attraktivität Frankreichs als Investitionsstandort an.

Aktueller Anlass für die kritische Bestandsaufnahme mit Repräsentanten von über 30 internationalen Unternehmen (u.a. auch aus Deutschland), die in Frankreich einen Umsatz von 850 Mrd. € machen und 100 000 Arbeitsplätze stellen, war dabei die in der jüngsten Vergangenheit rückläufige Investitionstätigkeit ausländischer Unternehmen im Land.

In seiner Rede unterstrich der Staatspräsident die Rolle von internationalen Investitionen für Wachstum, Beschäftigung und Innovation. Hierfür bedürfe es Vertrauen schaffende und verlässliche Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang wies er wie auch Premierminister Ayrault auf die seit 2012 umgesetzte Reformagenda der französischen Regierung mit den grundlegenden Weichenstellungen zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und zur Sanierung des Haushaltes hin. Hierzu zählen u.a. die Senkung der Abgabenlasten, die Reform des Arbeitsmarktes wie auch der Ausbau des sozialen Dialogs.

Zielstellungen

Bei der Förderung von Investitionen aus dem Ausland sollen vorrangig folgende Ziele verfolgt werden:
-  die Förderung der Ansiedlung von Unternehmen aus Schwellenländern (bisher 10% der Investitionen)
-  eine dezentrale Unternehmensansiedlung, die nicht nur in die Pariser Region und andere Ballungsräume geht
-  die Steigerung der Attraktivität für innovative und forschungsstarke Unternehmen
Die Politik will die Unternehmen in diesem Zusammenhang unterstützen durch
-  die strategische Ausrichtung auf die Bereiche des Energiewandels, der digitalen Wirtschaft, der Biowissenschaften und –technologien sowie auf den Gesundheitsbereich
-  die Vereinfachung von bürokratischen Strukturen und Verfahren
-  die Senkung der Arbeitskosten

Ansiedlungen erleichtern

Zur Erleichterung von ausländischen Investitionsentscheidungen wird nach der Fusion der Agentur für internationale Investitionen und der weltweit tätigen Agentur für Export und Markterschließung UBIFRANCE ein zentraler französischer Ansprechpartner entstehen. Diese mit einem Budget von 200 Mio. € und 1500 Angestellten in 65 Ländern ausgestattete Agentur wird auch der direkte Ansprechpartner der für die Unternehmensansiedelungen verantwortlichen Regionen Frankreichs sein, deren Zuständigkeiten in einem in Kürze zu verabschiedenden Dezentralisierungsgesetz noch einmal ausgeweitet werden.

Des Weiteren werden die Reise- und Aufenthaltsdingungen für Ausländer und potentielle Investoren in Frankreich gezielt verbessert. Hierzu gehört ein 4 Jahre gültiger „Talentepass“, der jungen Hochschulabsolventen und anderen Hochqualifizierten für diesen Zeitraum ein unbürokratisches Aufenthaltsrecht gewährt. Studenten und Forscher werden in Zukunft ebenfalls eine Aufenthaltsberechtigung für den gesamten Zeitraum ihres Studiums bzw. ihres Forschungsaufenthalts bekommen.

Die Ansiedelung ausländischer Unternehmen wird mit diversen Fördermaßnahmen verbessert. So wird es für Start-ups neben einer Förderung von bis zu 25 000 € für die Anlaufphase in Zukunft einen zentralen Ansprechpartner geben. Ausländische Filialen werden zudem einen gleichberechtigten Zugang zu Krediten und Fördermaßnahmen der öffentlichen Investitionsbank erhalten.

Schlussendlich sollen Unternehmen Investitionssicherheiten mit einer klaren Garantie für stabile Abgaben und Vorschriften während der Laufzeit ihrer Investition bekommen. Hierfür wird eine einheitliche Anlaufstelle für Investitionen aus dem Ausland geschaffen. Ab 2015 werden zudem die Steuerformalitäten für Importe und Importunternehmen vereinfacht und ausschließlich elektronisch abgewickelt.

Letzte Änderung 19/02/2014

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