Französische Kunst weltweit: Frankreichs Museen kooperieren zunehmend auf internationaler Ebene [fr]

JPEG Ausstellungsstücke französischer Museen gehen immer öfter auf Reisen. Zahlreiche Kooperationsformen mit internationalen Museen tragen dazu bei, französisches Kulturgut international bekannt zu machen. So stand der Louvre in den vergangenen fünf Jahren mit 70 Ländern auf allen Kontinenten in Verbindung und schloß Partnerschaften in den Bereichen Ausbildung, Konservierung, Restaurierung und Forschung. 10 Ausstellungen des Louvre wurden im Ausland organisiert, 14 sind alleine für das Jahr 2012 geplant, darunter eine über Eugène Delacroix, die in Spanien auf Reisen geht und eine über „Mythen und Legenden“ in Taiwan und Korea, in Zusammenarbeit mit dem Schloss von Versailles. Der Louvre schloss ferner eine vierjährige Partnerschaft mit dem High Museum of Art (Atlanta), der Terra Foundation for American Art und dem neuen Crystal Bridges Museum of American Art (Bentonville), mit dem Ziel, Wanderausstellungen, Konferenzen und Debatten zu organisieren und dabei Künstler vorzustellen, die bisher wenig bekannt sind.

Das 2007 zwischen Frankreich und Abu Dhabi geschlossene Abkommen über die Gründung des Louvre Abu Dhabi ist ein Sinnbild für das neue internationale Ausmaß französischer Museen. Durch den Beitrag zahlreicher anderer staatlicher Sammlungen Frankreichs, darunter das Centre Georges Pompidou, das Musée d’Orsay, das Musée de Versailles, das Musée Guimet, das Musée du Quai Branly, das Musée Rodin und die Bibliothèque nationale de France entstehen innovative Darstellungsformen. So wird derLouvre Abu Dhabi das erste internationale Museum der arabischen Welt.

Die großen kulturellen Einrichtungen zeugen von einer ganz besonderen Dynamik im internationalen Umfeld. Das Musée de Versailles z. B. ist in Europa und weltweit sehr bekannt. Es leitet die Vereinigung europäischer königlicher Residenzen ARRE und liefert sehr gefragte Ausstellungen, z. B. eine Napoleon-Ausstellung in Japan oder über Ludwig XIV. in China. Das Musée du Quai Branly arbeitet im Bereich Ethnologie mit Museen in Marokko, Mikronesien, in der Mongolei, Peru oder Vietnam zusammen. Es steht auch in enger Verbindung mit dem Musée national du Mali bei pädagogischen Aktivitäten und der Verbreitung wissenschaftlicher Information. Zwei gemeinsame Ausstellungen des Musée du Quai Branly und des chinesischen Nationalmuseums sind in diesem Jahr geplant.

Die Regionalmuseen folgen diesem Trend. Die Museen von Marseille bereiten das Ereignis des Jahres 2013 vor, in dem Marseille Europäische Kulturhauptstadt sein wird. Zusammen mit dem Musée Granet in Aix-en-Provence entsteht die Ausstellung „Les grands ateliers du Midi“, bei der auch Werke aus den Vereinigten Staaten und Russland zu sehen sein werden. Im vergangenen Jahr hatten die Marseiller Museen mit der Wiener Hundertwasser-Stiftung eine Ausstellung über den Österreicher Künstler Friedensreich Hundertwasser organisiert .

Die Ausstellung „Caravage“, die im Sommer 2012 in Toulouse und Montpellier zu sehen sein soll, bevor sie nach Los Angeles gebracht wird, zeigt ebenfalls Werke regionaler Museen. Die Museen von Marseille, Toulouse und Montpellier sind in einem französisch-amerikanischen Netzwerk vertreten, das ingesamt 26 Museen aus Frankreich und Nordamerika, darunter 13 französische Regionalmuseen zusammenbringt, mit dem Ziel, die kulturelle Diplomatie, den kulturellen Austausch zu fördern und Partnerschaften der Museen untereinander anzuregen.

Letzte Änderung 05/04/2012

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