Französische Tiefseeforschung und die Entdeckung der Titanic

Am 15. April jährte sich zum 100. Mal der Untergang der Titanic nur wenige hundert Kilometer vor der Küste Neufundlands. Kaum bekannt ist die Rolle, die Frankreich bei der Bergung des berühmten Passagierdampfers spielte.

Hierfür stehen sieben Buchstaben: Ifremer oder Institut français de recherche pour l’exploitation de la mer – ein französisches Meeresforschungsinstitut, das 1985 eine wichtige Rolle bei der Entdeckung des Wracks der Titanic spielte. Setzen wir dies einmal in Zusammenhang: Nach dem Unglück im Jahre 1912 vergehen viele Jahre und die Welt durchlebt zwei Weltkriege, eine Weltwirtschaftskrise sowie umfassende technische Fortschritte, die das dramatische Ereignis eigentlich hätten vergessen lassen sollen. Doch die Erinnerung an den Untergang bleibt im kollektiven Gedächtnis lebendig. Siebzig Jahre nach der Katastrophe, Anfang der 1980er Jahre, wird versucht, im Rahmen verschiedener Forschungsreisen das Wrack aufzuspüren. Doch vergeblich.

Am 1. September 1985 gelingt es schließlich der französisch-amerikanischen Expedition „Titanic 1985“, das Wrack zu orten. Einer der Leiter der Expedition, Robert Ballard, erklärte damals: „Die im Sommer durchgeführte französisch-amerikanische Expedition ist eine hochtechnische Unternehmung, die sich der besten Technologien beider Länder bedient. Im Bereich der Tiefseeforschung sind Frankreich und die USA auf Augenhöhe.“ Auf die Entdeckung folgen in den 1990er Jahren zahlreiche Untersuchungen der Überreste des Dampfers.

Heute arbeitet Ifremer intensiv mit Deutschland zusammen. Im Rahmen eines europäischen Forschungsprojekts, das deutsche und französische Forschungsinstitute zusammenbringt, wird eine neue Generation Unterwasserhybridmotoren entwickelt.

Wissenschaftliche Zusammenarbeit wird bei Ifremer groß geschrieben: Kommenden September eröffnet auf dem Gelände des Centre Ifremer Méditerrannée in La Seyne-sur-Mer das Centre Européen des Technologies Sous-Marines, ein europäisches Forschungszentrum für Unterwassertechnologien. Hier sollen wissenschaftliche und technologische Aktivitäten unter einem Dach vereint und gleichzeitig die Zusammenarbeit mit verschiedenen europäischen Partnern gefördert werden.

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Letzte Änderung 20/04/2012

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